Angeklagter krank:

Nazi-Orden-Prozess vertagt

Udo W. erschien mit einem Attest vor Gericht. Zwei Termine fallen jetzt aus. Spielt der Täter auf Zeit?

Der Angeklagte Udo W. auf dem Weg ins Gericht.
Thomas Walther Der Angeklagte Udo W. auf dem Weg ins Gericht.

Kaum begonnen, ist der Prozess gegen Udo W. schon unterbrochen worden. Nach Angaben des Gerichtes hatte der Angeklagte kurz vor Verhandlungsbeginn ein Attest vorgelegt, wonach er derzeit nicht verhandlungsfähig ist. Insofern fiel nicht nur der Termin am Prenzlauer Amtsgericht Mitte dieser Woche aus. Auch am nächsten Donnerstag gibt es keine Verhandlung. Wann der Angeklagte wieder vor Gericht erscheint, ist ungewiss.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-Jährigen aus dem Boitzenburger Land vor, in großem Stil mit Symbolen aus der Zeit des Nationalsozialismus gehandelt zu haben. 517 Interessenten in Deutschland und im Ausland soll Udo W. versorgt haben. Bei Verurteilung drohen ihm bis zu vier Jahre Haft. 

Viele Taten könnten verjähren

Die ältesten Taten stammen aus dem Jahr 2005. Und hier drücken die Justiz erhebliche Zeitprobleme. Nach Auskunft von Justizorganen beträgt die Verjährungsfrist für solche Taten zehn Jahre. Sollte es in diesem Jahr nicht gelingen, ein Urteil auszusprechen, blieben viele Taten ungesühnt. Genau darauf, so beurteilen es Prozessbeobachter, ziele Udo W. offenbar ab. Von den in der Anklageschrift vorgehaltenen 41 Taten datieren allein 28 aus dem Jahre 2005. Würde diese verjähren, fiele ein Urteil sicher deutlich milder aus.

Der Prozess zieht sich seit drei Jahren hin. Schon damals musste der Prozess mehrfach unterbrochen werden. Udo W. schwieg zu allen Anklagepunkten. Um den Prozess bei der Vielzahl von zu ladenden Zeugen abkürzen zu können, bot das Gericht Udo W. bei einem Geständnis eine einjährige Freiheitsstrafe auf Bewährung an. Udo W. lehnte ab. Auch einen zweiten Vergleich im Oktober 2014, der nun eine geringere Strafe von sechs bis zehn Monaten auf Bewährung vorsah, nahm er wiederum nicht an.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung

Kommentare (1)

Dem Angeklagten drohen 4 Jahre Haft wegen 41 gehandelten Symbolen aus der Nazizeit. Dann bietet das Gericht ihm 1 Jahr Bewährung an, danach bietet man den Beschuldigten 6 bis 10 Monate auf Bewährung an. Da fragt sich der gemeine Leser: Wieso, Weshalb, Warum?