Umstrittene Aktion:

Facebookgemeinde sucht nach vermisster Lychnerin

Seit sechs Wochen reagiert eine 52-Jährige weder auf Anrufe noch auf Textnachrichten. Bekannte machen sich Sorgen und schalten die Polizei ein. Im Internet fahnden sie ebenfalls.

Jeder Mensch das Recht, seinen Aufenthaltsort geheim zu halten. Die Polizei startet eine öffentliche Suche erst, wenn beispielsweise Suizidverdacht besteht.
Foto: Archiv Jeder Mensch das Recht, seinen Aufenthaltsort geheim zu halten. Die Polizei startet eine öffentliche Suche erst, wenn beispielsweise Suizidverdacht besteht.

In Lychen wird eine Frau vermisst. Seit etwa sechs Wochen. Freunde und Bekannte machen sich Sorgen, denn sie geht nicht an ihr Handy und reagiert auf keinerlei Kontaktversuche. Deshalb haben sie über das Soziale Netzwerk Facebook eine Suchaktion gestartet.

In der Polizeiinspektion Uckermark wurde der Eingang einer Vermisstenmeldung aus der Flößerstadt bestätigt. Sprecher Gerald Pillkuhn bejahte, dass es sich dabei um die von der Internetgemeinde gesuchten 52-Jährige handelt. Dennoch warnte Pillkuhn davor, übereifrig zu reagieren. „Es verschwinden immer wieder Menschen spurlos, auch viele Uckermärker“, betonte er.

Letzteres sei aber noch lange kein Grund, öffentlich nach all diesen Personen zu fahnden, mahnte  Bärbel Cotte-Weiß, Sprecherin im Polizeipräsidium in Frankfurt (Oder), und sprach von einer rechtlichen Grauzone, wenn Bilder von vermeintlich Vermissten öffentlich gemacht werden. Jeder Mensch habe das Recht, über seinen Aufenthaltsort selbst zu bestimmen, stellte Bärbel Cotte-Weiß klar.  Ein Fall für die Polizei  und für eine öffentliche Fahndung sei solch ein Verschwinden erst, wenn zu vermuten ist, dass der von Angehörigen oder Freunden Vermisste chronisch krank ist und dringend Medikamente oder medizinische Hilfe benötigt, wenn ein Suizidabsicht nahe liegt oder ein Straftatverdacht vorliegt.

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