Winterdienst:

Pendler stinksauer über glatte Straßen

Der Winterdienst hat total versagt – das ist der Grundtenor der kritischen Stimmen zu Wochenbeginn.

So mancher Autofahrer kam zu Wochenbeginn ins rutschen.
Jan Woitas So mancher Autofahrer kam zu Wochenbeginn ins rutschen.

Ende des Jahres hatten die Winterdienste der Region noch vollmundig verkündigt, wie gut vorbereitet sie auf die kalte Jahreszeit sind. Volle Streusalz- und Sandlager wurden den Medien präsentiert und bestens durchkalkulierte Dienstpläne. Alles sollte zur vollsten Zufriedenheit der Kraftfahrer anlaufen. Doch als in der Nacht zu Montag Petrus erstmals Frost bescherte, lief es vielerorts wohl doch nicht so perfekt. Dieses Bild zumindest vermittelten die vielen Leserbeschwerden, die seit dem frühen Morgen in der Redaktion aufliefen. Susan Reinhardt beispielsweise beklagte, dass sie mit Tempo 50 bis zum Ortsausgang Malchow tuckern musste. Erst danach hatte sie Richtung Pasewalk freie Fahrt auf der Bundesstraße. Unser Leser Jan Michaelczyk schimpfte, dass die Kreisstraße 7315 von Eickstedt nach Wollin „natürlich mal wieder nicht gestreut war. Aber für normal vorsichtige Autofahrer war die Strecke durchaus noch gut zu befahren.“ Carolin Bucher bilanzierte um 7.30 Uhr in Prenzlau: „Die Hauptstraßen waren okay. Nebenstraßen und rund ums Gymnasium und die Kita Freundschaft war es allerdings ordentlich rutschig. Da hatten vor allem die Busfahrer mächtig zu tun. Die Bundesstraße in Richtung Schwedt war dann aber problemlos befahrbar.“

Gudrun Haffer konstatierte in der Kreisstadt: „Auch zu Fuß rutschig am Morgen.“ Außer sich vor Ärger kontaktierte Bärbel Fengler die Redaktion. Die Mitarbeiterin der Kreisverwaltung fährt jeden Tag von „hinter Templin nach Prenzlau. Und ich habe mich heute wie viele andere Kollegen gefragt, ob denn der gesamte Winterdienst gepennt hat.“ Sie habe sich, nachdem sie gegen halb sieben heil auf Arbeit angekommen war, ans Telefon gesetzt und auch bei der Polizei ihrer Wut Luft gemacht. Dort habe man ihr gesagt, dass die Beamten den mangelhaften Winterdienst schon zu spüren bekommen hätten. „Ein Unding“, sagt sie. Matthias Gruner tat seinem Unmut ebenfalls kund. „Ich pendle täglich zwischen Prenzlau und Pasewalk. Und ich habe heute Morgen wieder feststellen müssen, dass der Winterdienst hier alles andere als gut vorbereitet ist.“

Die Straßen hätten im frühen Berufsverkehr noch keinerlei Streugut gesehen gehabt. „Um 6.30 Uhr waren die Külz-Straße, die Babettkreuzung und die Stettiner Straße unglaublich glatt. So dass ich mich fragen musste, was der Winterdienst in Prenzlau macht. Sind die noch in den Weihnachtsferien? Auf der ganzen Strecke bis Malchow kann bis 6.45 Uhr kein Winterdienst unterwegs gewesen sein, da es dort überall spiegelglatt war. Komischerweise funktionierte das aber im Nachbarkreis Vorpommern/Greifswald wunderbar. Sobald man die Landesgrenze erreicht hatte, waren die Straßenverhältnisse  tip top. Dort ist immer gestreut. Das kann ich nicht nachvollziehen.

Vielleicht sollte sich die Straßenmeisterei  Prenzlau aus dem Nachbarkreis holen, offensichtlich ist es ja möglich, auch morgens  die Straßen zu salzen. Dass um 6 Uhr noch nicht jede kleine Nebenstraße eisfrei ist, kann ich ja verstehen. Aber dass die Hauptverkehrswege, die Bundesstraßen und Kreuzungen gestreut werden, das muss doch drin sein. Andererseits sollte mal darüber nachgedacht werden, diese Dienstleistung anderweitig zu vergeben.“

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Schreiben Sie mir.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!

Kommentare (2)

Ob man bei der aktuellen Wetterlage mit auch nachts fast durchgehend Plusgraden wirklich danach schreien sollte schonmal prophylaktisch zu salzen..? Wir leben nunmal in einem Land in dem es - zugegebenermaßen jedes Jahr wieder überraschend - einen Winter gibt. Und wenn ich der Meinung bin, ich müsse jeden Morgen von "hinter Templin" nach Prenzlau zur Arbeit pendeln (die Umwelt sagt danke..) und das auch noch so früh, dass der Tau noch nicht gefallen ist und unterwegs gefriert, dann ist das auch irgendwo mein eigenes Problem. Soll deshalb von November bis April täglich vorsorglich Salz gestreut werden? Naturpark und Biosphärenreservat sagen danke!

wirklich danach schreien. Jedenfalls wenn, wie in dem Fall, der Wetterdienst schon lange vorher vor den glatten Straßen gewarnt hat.