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Rätselkönigin vom Vorjahr löst ihren Gewinn ein

Sie kennt sich aus im Wald. Das brachte ihr beim Adventsrätsel 2012 Glück. Cindy Altenau gewann den Hauptpreis: eine Weihnachtstanne. Jetzt durfte sie sich ihren Baum selbst aussuchen.

Stadtförster Jürgen Schuppelius überreichte den von der Stadt gestifteten Hauptpreis: einen Weihnachtsbaum. Die Tanne durfte sich Cindy Altenau selbst aussuchen.
Sigrid Werner Stadtförster Jürgen Schuppelius überreichte den von der Stadt gestifteten Hauptpreis: einen Weihnachtsbaum. Die Tanne durfte sich Cindy Altenau selbst aussuchen.

Mit dem Stadtförster ging es im vergangenen Jahr auf Pirsch durch den Weihnachtswald. 11 von 181 Lesern errieten vor einem Jahr beim Adventsrätsel des Uckermark Kurier die 20 Baumarten, für die Stadtförster Jürgen Schuppelius interessante Fährten gelegt hatte. Den Hauptpreis, einen Tannenbaum für das Weihnachtsfest, konnte sich unsere Leserin Cindy Altenau in der Buchheide jetzt, ein Jahr später, selbst aussuchen. Bis zu drei Meter hätte er sein dürfen, hatte der Stadtförster versprochen. "Ich brauche nur einen kleinen, einen Meter hoch, das reicht mir völlig aus", sagt die Gewinnerin bescheiden. Wozu einem größeren das Leben nehmen, wenn die gute Stube ohnehin kaum mehr Platz hergibt?

„Da traf das Los mal die Richtige“, hatte der Stadtförster Jürgen Schuppelius freudig festgestellt. Ist doch Cindy Altenau im Templiner Stadtforst durchaus ein Begriff. Hatte sie dort doch von 1991 bis 1994 die Lehre als Forstwirtin absolviert. Eine Frau, die es versteht, bei der Waldarbeit ordentlich zuzupacken. Klar, dass sie sich mit Baumarten super auskannte. Daher hatte sie zunächst ein bisschen gezögert, ihre Lösung des Adventsrätsels an den Uckermark Kurier zu schicken. Viel wichtiger war ihr, nicht nur Tochter und Sohn, sondern auch Bewohner im Seniorenlandsitz bei der Suche nach der richtigen Baumart auf die richtige Fährte zu bringen und bei den Senioren sogar längst vergessen geglaubtes Wissen wieder zu mobilisieren. Dann fasste sie sich doch ein Herz und schickte ihre Karte mit den 20 richtigen Antworten ab.

Traumjob Förster

Denn in der Forstwirtschaft fasste Cindy Altenau bisher leider nicht dauerhaft Fuß. „Ich machte zwar mein Fachabitur in Eberswalde, bekam dann aber keinen Studienplatz. Damals war das Forstwirtschaftsstudium noch sehr begehrt“, bedauert sie. Mit Rücksicht auf ihren Mann und dessen Schichtarbeit, ebenfalls in der Forstwirtschaft, habe sie damals 13 Jahre lang zugunsten der Familie zurückgesteckt und sich um die Kinder gekümmert. Später sei es schwierig gewesen, wieder im erlernten Beruf einzusteigen, schier unmöglich, auch wenn sie über geförderte Beschäftigungsmaßnahmen (SAM) zwischendurch auch wieder in ihrem geliebten Wald arbeiten durfte.

Eine Umschulung zur Altenpflegerin sollte ihre neue Perspektiven eröffnen. Doch wegen einer Allergie durfte sie die Ausbildung nicht zu Ende führen. Cindy Altenau ließ sich nicht entmutigen. Sie absolvierte eine Weiterbildung zur Demenzbetreuerin und durfte im Seniorenlandsitz seither in einem anstrengenden  Job Betroffenen Halt und Sicherheit geben. Eine Arbeit, die sie sehr liebte, die sie aber auch an ihre Grenzen brachte. Jetzt möchte sie sich verstärkt um ihren kranken Vater kümmern, verriet sie dem Uckermark Kurier. Und auch den Kinder, inzwischen Schüler der 10. Klasse, auf der Suche nach dem richtigen Beruf will sie eine Stütze sein. Beide absolvieren gerade Praktika.

Hoffnung nicht aufgegeben

Wo sie dabei selbst als alleinstehende Mutter bleibt, mit ihren Wünschen und Hoffnungen? „Am liebsten würde ich irgendwann wieder in der Forst arbeiten“, sagt sie. „Der Wald und die Greifvögel waren schon immer meine große Liebe. Schon als kleines Kind bin ich in den Wald gerannt, meine Mutter hat es irgendwann aufgegeben, mich zu suchen“, denkt sie an eine idyllische Kindheit in Netzow zurück. „Mit vier Jahren wusste ich schon: ich möchte Förster werden“, sagt die 39-Jährige. Die Handsäge aus Zeiten ihrer Forstwirtschaftslehre hat sie immer noch. Damit wird sie jetzt erst mal die kleine, und immer noch zu große, schmucke Siegertanne zurechtstutzen.  Und vielleicht findet sich ja doch jemand, der ihr ihren Herzenswunsch erfüllt und ihr noch einmal mit einem Job im Wald eine Chance gibt. Wenn schon nicht als Förster, dann „vielleicht auf einer Naturschutzstation“, wagt sie leise ihren Traum zu verraten.