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Rahmen lenken Blicke auf besondere Forstmotive

Die Werke großer Meister sucht man in der Galerie im Wald vergeblich. Doch die Schönheiten, die sich offenbaren, könnte ein van Gogh nicht besser einfangen.

Noch wissen viele Waldbesucher mit am Radweg aufgestellten Bilderrahmen nicht viel anzufangen. Tafeln mit kurzen Erklärungen sollen das schon bald ändern.
Bernd Schilling Noch wissen viele Waldbesucher mit am Radweg aufgestellten Bilderrahmen nicht viel anzufangen. Tafeln mit kurzen Erklärungen sollen das schon bald ändern.

Aus Birkenholz gezimmerte Gebilde am Waldrand? Was soll das denn?, fragt sich sol mancher, der auf dem Radweg zwischen Hohenlychen und Alt Placht unterwegs ist. Die sechs einen mal anderthalb Meter großen Aufsteller sind Bilderrahmen, erklärt Revierförsterin Anja Daher. „Die Bilder waren schon lange da, jetzt haben sie auch einen Rahmen erhalten“, beschreibt sie und meint Waldbilder, wie sie in unserer Region in großer Vielfalt vorkommen und auf die die Waldbesucher aufmerksam gemacht werden sollen. Naturinteressierte sollen vom uckermärkischen Wald interessante Nuancen entdecken – vorausgesetzt, sie lassen sich darauf ein, eine kurze Rast während ihres Waldaufenthaltes einzulegen, neugierig zu sein und das jeweilige rahmenfüllende Bild eines Waldausschnitts intensiver zu betrachten.

So wie das Methusalem-Projekt, indem durch den Bilderrahmen der im Verfall befindliche Reststamm einer betagten Eiche „aufs Korn genommen“ wird. Sie ist das Beispiel dafür, dass in in jedem mehr als 80 Jahre alten Waldbestand fünf Bäume je Hektar auserwählt und markiert wurden, die ihrem Schicksal völlig überlasen werden. Sie sollen natürlich altern, zerfallen, als Totholz liegen bleiben – zugunsten der Artenvielfalt. Denn das Methusalem-Projekt zielt auf Erhaltung und Wiederansiedlung einheimischer Flora und Fauna, weil alte und auch tote Bäume vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten Nahrung und Lebensraum bieten.

Noch sei die „Galerie am Radweg“ nicht ganz fertig, schränkt Försterin Anja Daher bedauernd ein, denn es fehlten zum besseren Verständnis des Anliegens an den Bilderrahmen ein paar erklärende Hinweise. Doch schon bald soll auch das nachgeholt sein.