Preissicherheit dank Biowärme:

Röddeliner Betrieb baut Wärmepuffer

Eigentlich sollte die Nordstadt komplett mit Biowärme versorgt werden. Das klappt aber noch nicht.

Die Biogasanlagen in Röddelin versorgen die Nordstadt von Templin mit Fernwärme. Doch auf dem Weg in die Stadt geht Energie verloren. Nicht immer kommt das heiße Wasser in der gewünschten Temperatur beim Wärmetauscher im Heizhaus Nord an, sagt der Geschäftsführer der Templiner Fernwärme GmbH, Alfons Klaffki. Gemeinsam mit dem Wärmelieferanten aus Röddelin werde derzeit an einer verbesserten technischen Lösung gearbeitet.
Sigrid Werner Die Biogasanlagen in Röddelin versorgen die Nordstadt von Templin mit Fernwärme. Doch auf dem Weg in die Stadt geht Energie verloren. Nicht immer kommt das heiße Wasser in der gewünschten Temperatur beim Wärmetauscher im Heizhaus Nord an, sagt der Geschäftsführer der Templiner Fernwärme GmbH, Alfons Klaffki. Gemeinsam mit dem Wärmelieferanten aus Röddelin werde derzeit an einer verbesserten technischen Lösung gearbeitet.

Als die Templiner Fernwärme GmbH 2009 den Rahmenvertrag mit dem Betreiber der Biogasanlagen in Röddelin zur Wärmelieferung für die Nordstadt unterzeichnete, war das Ziel eigentlich klar: Das Wohngebiet an der Lychener Straße sollte möglichst zu 100 Prozent mit der Abwärme aus der Biogasproduktion beheizt werden. Doch die Praxis sieht anders aus. Statt der ursprünglich vereinbarten sieben bis acht entstanden letztlich nur fünf Biogasanlagen. Die Stadt hatte sich auf Beschluss der Stadtverordneten schon gegen die Anlagen fünf und sechs gesperrt. Letztlich wurde ein Vergleich erzielt und nur noch die fünfte Anlage errichtet. Nach einigen Optimierungen sollten aber auch diese fünf in der Lage sein, die Nordstadt bis auf Extremsituationen zu 100 Prozent mit Biowärme zu versorgen, meint Alfons Klaffki, Geschäftsführer der Fernwärme GmbH. Doch immer öfter schaltete sich der alte Heizkessel im Heizhaus Nord zu.

"Im Durchschnitt des Jahres 2013 kommen wir nur auf 80 Prozent Wärmeversorgung durch Biowärme", räumt Fernwärme-Geschäftsführer Alfons Klaffki ein. Bereits Stadtverordnete hatten das moniert. Doch Alfons Klaffki mag nicht wirklich schimpfen. "Letztlich können wir froh sein, dass wir den Agrarbetrieb mit seinen Biogasanlagen als Partner haben", sagt er. Das habe verhinderte, dass die Fernwärme GmbH in der Hochpreisphase teures Heizgas (Erdgas) einkaufen musste. "Wir konnten bei jeder Preiserhöhung gelassen bleiben", freut sich Klaffki über die vereinbarte Preissicherheit dank Abwärme aus Biogas. Der Wärmeliefervertrag sei auf zehn Jahre geschlossen worden. Für die Mieter in der Nordstadt bedeutete dies seit Beginn der Wärmelieferung aus Röddelin eine Betriebskostenersparnis von insgesamt bereits 1,4 Millionen Euro. Und auch die Eigenheimgrundstücke konnten nur verkauft werden, weil die Leute wussten, dass sie sich kostengünstig an das mit erneuerbaren Energien gespeiste Fernwärmenetz anschließen konnten.

„Nicht zu vernachlässigen, dass wir für das Wohngebiet Nord in der Kurstadt einen Primärenergiefaktor von ,0', bestätigt bekommen haben. Das steht doch einer Kurstadt gut zu Gesicht“, argumentiert Klaffki. Je kleiner der Faktor, umso umweltschonender und effizienter erfolgt der Energieeinsatz. Zum Vergleich: Für Erdgas liege er bei 1,1.

An der Tatsache, dass zwar genügend Wärme aus Röddelin geliefert werde, aber die Mindesttemperaturen in dem Hochtemperatursystem im Fernwärmenetz an der Lychener Straße nicht immer erreicht werden, seien verschiedene Umstände schuld, weiß der Fernwärme-Geschäftsführer. Zum einen seien die Energieverluste auf der langen Leitungsstrecke zwischen Röddelin und Templin zu nennen, zum anderen der Eigenverbrauch der Biogasanlagen, besonders in der kalten Jahreszeit. Der Biogasanlagenbetreiber sei derzeit dabei, mit Umbauarbeiten am Heizhaus Nord Voraussetzungen für eine Speicherung der Nachtwärme mittels eines Wärmepufferspeichers zu schaffen.