Seele eines Zwölfjährigen verletzt :

Schandtat am Sportplatz

Still und heimlich fällt in Güterberg ein elfjähriger Baum einer Säge zum Opfer. Dabei gehörte er zu jenen, die extra für die neuen Kinder im Dorf gepflanzt werden. Leon-Maxim und seine Mutter können das nicht verstehen.

Leon-Maxim und seine Mutter Monique Rebenstock mit dem abgesägten Stamm sienes Baumes. Im Hintergrund eine der Linden, die für die Kinder gepflanzt wurden. Foto: Monika Strehlow
Monika Strehlow Leon-Maxim und seine Mutter Monique Rebenstock mit dem abgesägten Stamm sienes Baumes. Im Hintergrund eine der Linden, die für die Kinder gepflanzt wurden.

Leon-Maxim ist den Tränen nahe. Jemand hat seine Linde gefällt, mit der er als Steppke von sechs Monaten im uckermärkischen Güterberg willkommen gehießen wurde. Nur der Stubben steckt noch im Gras am Rand des Sportplatzes. Doch niemand will gesehen haben, wer den gesunden Baum absägte. Niemand will sagen, wer Stamm und Krone hinter ein Bretterhäuschenam Rand des Platzes versteckte. Am 10. April 2003 war der heute Zwölfjährige einer der ersten, dessen Familie sich über den neuen Brauch des Dorfvereins freute, zum „Tag des Baumes“ die Jüngsten willkommen zu heißen. Die Familien sind die Paten, die die Pflege übernehmen. Eine große Tafel im Dorf zeigt sogar die Standorte.

In der Gemeindeverwaltung Uckerland weiß niemand von dem Verlust. Weder die Baumschutzbeauftragte noch Bürgermeisterin Christine Wernicke. Auch Güterbergs Ortsvorsteher Heinfried Sommer zuckt die Schultern: „Wir rätseln selbst, wer die Linde gefällt haben soll.“ Er sagt aber zu, dass der Junge einen neuen Baum erhält. Wenn 2016 für die nächsten Kinder gepflanzt werde, soll auch für Leon-Maxim ein Exemplar dabei sein.

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