Keine Änderung in Sicht:

Schranken bleiben ein Ärgernis

Ein Blitzschlag legte in Templin nicht nur eine Signalanlage lahm, sondern auch den Verkehr. Der Vorfall löste einmal mehr eine Debatte um die Notwendigkeit des Bahnübergangs aus.

Bis zu 18 Mal am Tag schließen sich die Schranken des Bahnübergangs am Templiner Stadtbahnhof.
Horst Skoupy Bis zu 18 Mal am Tag schließen sich die Schranken des Bahnübergangs am Templiner Stadtbahnhof.

Der Bahnhof Templin-Stadt ist die letzte Station auf der Linie Templin-Berlin-Ostkreuz. Doch der Zug bleibt bis zu seiner Rücktour nach Berlin nicht einfach am Bahnsteig stehen. Er passiert den Bahnübergang in der Robert-Koch-Straße, fährt wenige Meter weiter und kommt dann wieder zurück. Zweimal müssen die Schranken dazu geschlossen werden und das bis zu 18 Mal täglich. Bei vielen Kraftfahrern, die durch die Schranken immer wieder gestoppt werden, stößt das auf Unverständnis. Ein Blitzschlag, der im Juli die Anlage bei geschlossenen Schranken für mehr als zwei Stunden außer Betrieb setzte, heizte die Diskussion an.

Doch an der Situation wird sich wohl nichts ändern. „Leider ist das Verfahren aufgrund sicherungstechnischer Abhängigkeiten des Bahnübergangs so notwendig“, teilte Gisbert Gahler vom Regionalbüro Kommunikation Berlin der Deutschen Bahn Mobility Logistics AG mit. Grund dafür ist die unmittelbare Nachbarschaft von Bahnsteig und Bahnübergang. „Bei einfahrenden Zügen aus Richtung Berlin liegt der Bahnübergang im sogenannten Durchrutschweg“, erklärte er. Das bedeutet, dass die Schranken sich automatisch schließen, sobald ein Zug einfährt, selbst wenn der Zugführer aus irgendeinem Grund nicht bremst und stattdessen der Zug automatisch gebremst wird. Damit die Schranke sich wieder öffnet, muss der Zug zwangsläufig den Bahnübergang passieren, denn erst dahinter liegt ein sogenannter Ausschaltpunkt, über den der Zug erst fahren muss.