Bürokratie-Irrsinn:

"Schrott-Gesetz" vermiest das Schulessen

Was bisher möglich war, wird jetzt zum Problem: Eltern verlieren den Anspruch, wenn ihr Kind unter dem falschen Dach oder am falschen Tisch Mittag isst.

Das Mittagessen – ob gefördert oder nicht – ist wichtig. Diesen Hortkindern aus der Kita „Egelpfuhlfrösche“ schmeckt’s offensichtlich.
Michaela Kumkar Das Mittagessen – ob gefördert oder nicht – ist wichtig. Diesen Hortkindern aus der Kita „Egelpfuhlfrösche“ schmeckt’s offensichtlich.

170 Kinder, die in der Templiner Egelpfuhlschule lernen, gehen nach dem Unterricht in den Hort. Der befindet sich gleich nebenan in der Kita „Egelpfuhlfrösche“. Dort essen sie auch Mittag. Eltern, die Hartz IV bekommen, müssen die Kosten dafür nicht allein tragen, sondern können einen Zuschuss für das Mittagessen aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes beantragen.

Regelung gilt nicht mehr für Hortkinder

Ab 1. Januar gilt das jedoch nur noch für Mädchen und Jungen, die in der Schule essen, nicht mehr für die Hortkinder. So steht es im Gesetz. Offensichtlich ist nicht mehr von Interesse, dass Kinder überhaupt Mittag essen, sondern nur noch die Frage wo.

Dafür haben nicht nur betroffene Eltern kein Verständnis. Auch in der Stadt, die sich nun um eine Lösung zusammen mit dem Jobcenter Uckermark kümmern will, fallen kritische Worte. Irene Pischelt, Stadtverordnete der Linken, spricht von einer „bescheuerten Regelung“.

„Mit Gleichbehandlung hat das nichts mehr zu tun“

Und der Bürgermeister Detlef Tabbert gar von einem „Schrott-Gesetz“, das so etwas zulässt. Betroffen davon sind in Templin 33 Kinder. Ihren Eltern wird nun empfohlen, ihr Kind von der Mittagversorgung aus dem Hort abzumelden und in der Schule anzumelden, damit sie auch weiter den Zuschuss erhalten. „Mit Gleichbehandlung hat das nichts mehr zu tun“, findet der CDU-Stadtverordnete Siegfried Boldt. Er fragt sich zudem, ob die ohnehin schon begrenzten Kapazitäten im Essenraum der Schule dafür geeignet sind, wenn die Zahl der Essenteilnehmer steigt. Bisher sind es 70. „Und was soll erst im nächsten Jahr werden, wenn die umfangreichen Bauarbeiten an der Egelpfuhl-Schule beginnen?“

Ob es innerhalb von vier Wochen noch eine gesetzliche Änderung geben wird, und die Templiner Kinder weiter im Hort essen können, vermag Michael Steffen, Leiter des Jobcenters Uckermark, nicht zu sagen. „Möglich ist es noch, aber man kann es nicht versprechen.“ Der Bundesrat habe einen Gesetzesentwurf in den Bundestag eingebracht. „Bisher gab es jedoch noch keine Änderungen.“ Das sei jetzt Sache der Politik. Der Templiner Bürgermeister nimmt die Bundestagsabgeordneten Koeppen und Zierke aus der Region in die Pflicht: „Ich erwarte, dass sie sich darum kümmern.“

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Kommentare (1)

Da hat man wohl 3 Jahre gepennt, war doch wohl bekannt das diese Regelung nur bis zum 31.12.2013 gilt. Danke an die, die es wußten und nichts gesagt und getan haben. In Bayern war man da wohl schneller. http://www.stmas.bayern.de/imperia/m...ssen_stmas.pdf