Bauarbeiten an Ortsdurchfahrt:

Schutzstreifen für Radler – sicher oder nicht?

Nun dürfen sie alle wieder über die Mühlenstraße rollen: Pkw, Laster, Radfahrer. Letzter sollen einen extra Schutz genießen. Kritiker zweifeln aber, dass dieser funktioniert.

Der Verkehr ist dicht auf der Mühlenstraße, da freuen sich Radler über eine eigene Fahrspur.
Sigrid Werner Der Verkehr ist dicht auf der Mühlenstraße, da freuen sich Radler über eine eigene Fahrspur.

Der Verkehr kann auf der Templiner Ortsdurchfahrt wieder uneingeschränkt rollen. In dieser Woche wird die Fahrbahnmarkierung fortgesetzt. Am Montag erhielten nun die Radfahrer ihren Schutzstreifen. Diese werden im Bereich der zahlreich vorhandenen Mittelinseln jedoch unterbrochen.

Im Stadtentwicklungsausschuss wurde das kritisiert. "Dort, wo es am engsten ist, fällt der Schutz für die Radler weg", monierte der Stadtverordnete Franz-Christoph Michel (CDU).  Eben genau auf Höhe der Mittelinseln, wo nach Meinung der Verkehrsplaner die Kraftfahrzeuge hinter den Radlern fahren sollen, wäre ein durchgängiger Schutzstreifen angebracht gewesen. Dann wäre ein Überholen – ein Überfahren der Mittelinseln ist nur für den Notfall gedacht – von Radfahrern durch Pkw und Lkw an diesen Stellen unmöglich. Die Kraftfahrer müssten die Geschwindigkeit auf die der Radler, die selten schneller als 20 Kilometer pro Stunde unterwegs sind, drosseln.

Damit käme die Kurstadt dem angestrebten Ziel von maximal 30 Kilometern pro Stunde auf der Hauptstraße durch die Altstadt von ganz allein und ohne extra ausgeschilderte Geschwindigkeitsbegrenzung näher. So sei es die Absicht der Verkehrsplaner gewesen, hatte Bürgermeister Detlef Tabbert erläutert.  Ziel ist es letztlich, Lärmpegel und Emissionswerte in der historischen Altstadt deutlich zu senken.  Dass dafür die Radfahrer als Tempobremsen herhalten sollen, wurde jedoch kritisch betrachtet.

Wie denken Sie über diese Lösung für Radfahrer? Schreiben Sie uns einen Kommentar.

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Kommentare (5)

Warum leistet man sich Verkehrsplaner wenn man dann ihr Konzept doch nicht umsetzt? Und noch eine Frage in dem Zusammenhang: Warum bleibt die Ziegeleibrücke nicht für PKW frei? Ein Teil der Fahrzeuge, vor allem die aus Richtung Röddelin/Beutel kommenden würden so den innerstädtischen Verkehr entlasten und das in einer Größenordnung, die den Anwohnern und dem Waldhof durchaus zuzumuten wäre.

So lobenswert das Vorhaben ist und auch die Sicherheit für die Radfahrer verbessern dürfte muss ich mich doch etwas über Verkehrsplaner wundern die ernsthaft glauben, dass der gewöhliche Radfahrer mit 30 km/h über die Radspur saust. Da dürften wohl eher 10 km/h der Wirklichkeit entsprechen und das wird dann zu den schönsten Staus und riskanten Überholmanövern der Autofahrer führen.

haben Sie den Text nicht verstanden. Die Geschwindigkeit von 30 km/h, die sich einstellen soll, gilt mitnichten für den Rad- sondern für den Kraftfahrzeugverkehr. Durch die Herabsenkung der real gefahrenen Geschwindigkeit (Kfz) sollen ja gerade die riskanten Überholmanöver vermieden werden, da es sich bei dem geringen Geschwindigkeitsunterschied sowieso nicht lohnt. Leider muss ich mich manchmal auch ernsthaft über das Leseverstehen einiger Mitmenschen wundern. (ein Verkehrsplaner)

Der Text ist aber auch irgendwie suboptimal formuliert, etwas zu verknappt. Mal fix hingeschrieben, vielleicht selbst nicht verstanden. So ein Redakteur / eine Redakteurin muss ja nicht alles wissen. Reicht ja, wenn man vieles besser weiß.

Wenn die Kfz hinter den Radfahrern fahren sollen, dann legt man doch keinen Schutzstreifen an. Diese Schutzstreifen sorgen für kleine Überholabstände und Konflikten an Kreuzungen. https://radinfrastruktur.wordpress.com/breite-schutzstreifen/