Kläranlage:

Seltene Winterbaustelle für Dachdecker

Der Abwasserzweckverband baute im Lychener Klärwerk eine neue Siebanlage ein. Die fischt Unrat im Klärwasser ab. Das funktioniert nur, wenn das Sieb nicht zufriert. Deshalb wurde ihm jetzt ein Dach verpasst, was gar nicht so einfach war.

Klaus Nawrath von den Templiner Dachdeckern bereitet mit klammen Händen die Dacheindeckung vor.
Sigrid Werner Klaus Nawrath von den Templiner Dachdeckern bereitet mit klammen Händen die Dacheindeckung vor.

Dachdecker werden eher selten im Winter aufs Dach geschickt. In dieser Woche musste es sein. Später als angekündigt, war nach einer Lieferverzögerung auf der Kläranlage in Lychen eine neue, haushohe  Siebanlage eingetroffen. Die soll künftig die Abwässer der Stadt effektiv von Sand und Unrat befreien. Und sie darf auf keinen Fall zufrieren. Nur das Dach fehlte noch. Für die Mitarbeiter der Templiner Dachdeckerfirma Peykow durchaus eine Herausforderung. Über Nacht hatte es geschneit. Die Wege auf der Kläranlage, ohnehin ziemlich schmal, waren nun auch noch nass und rutschig geworden.

Klaus Nawrath hatte ganz schön zu tun, um gemeinsam mit seinen Kollegen eine neun Meter lange „Sandwich-Platte“ aus Blech- und Styropor unbeschadet, zum neuen von der Firma THN errichteten Siebanlagenhaus zu bugsieren. Dort wurde sie mit Hilfe eines Krans von den Dachdeckern zu einer fast sieben Meter breiten freitragenden Dachkonstruktion ohne störendes Gebälk montiert, klärte der Dachdecker auf.

„Das Dach soll auf diese Weise bei späteren Generalreparaturen oder dem Austausch der Anlage kostensparend im Ganzen heruntergenommen oder wieder aufgedeckt werden können“, klärte Bernd Riesener, Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in der Westuckermark (ZVWU). Der Verband investierte – in drei Jahresscheiben, damit die Gebührenzahler nicht so belastet werden – rund 200  000 Euro in die Kläranlage Lychen. Die alte Siebanlage stammte noch von 1991 und war bereits verschlissen.