19-Jährige sucht Hilfe:

Sie hat kein Geld zum Leben

Ein Hardenbecker kämpft seit Monaten um die finanzielle Unterstützung für seine ehemalige Pflegetochter, eine 19-jährige behinderte Frau.

Ist die Agentur für Arbeit der richtige Ansprechpartner für das Problem von Adrina K.?
Felix Kästle Ist die Agentur für Arbeit der richtige Ansprechpartner für das Problem von Adrina K.?

Zugegeben, die Umstände, unter denen Adriana K. vor fast 17 Jahren zu ihren Pflegeeltern Dagmar und Peter Gutzmann kam, waren nicht gerade die besten. „Mit zweieinhalb Jahren hat das Jugendamt damals die Kleine aus dem Kindergarten geholt“, erinnert sich der Hardenbecker. Es sollte, wie bei den anderen beiden Mädchen, die das Ehepaar schon betreute, eine sogenannte Kurzzeitpflege sein.

Doch die familiären Verhältnisse ließen es nicht mehr zu, dass das Mädchen wieder zurück zu ihrer Mutter kam. Die Gutzmanns hatten das Kind mittlerweile in ihr Herz geschlossen und integrierten es in ihre Familie. Und das trotz gesundheitlicher Probleme: „Adriane ist schwer behindert, hat starkes Rheuma und muss sich spritzen“, erzählt Peter Gutzmann.

Eine Ausbildungsvergütung erhält sie nicht

Nun ist sie 19 Jahre alt, steht auf eigenen Beinen und hat eine dreijährige Ausbildung zur Bürokauffrau in Berlin begonnen. Adriana bezog ein Internat. Die Internats- und Ausbildungskosten inklusive Vollverpflegung übernimmt seitdem die Agentur für Arbeit. Zudem zahlt das Amt ein Ausbildungsgeld in Höhe von 104 Euro sowie die Kosten für Heimfahrten in Höhe von 81,60 Euro. Eine Ausbildungsvergütung – sprich Lehrgeld – erhält die 19-Jährige nicht. „Eine Kostenerstattung für beides, also die Internatsunterbringung und für eine Wohnung, ist seitens der Agentur für Arbeit Eberswalde nicht möglich“, so Sabine Endmann von der Arbeitsagentur in Eberswalde.

Für Adriana sind die Gutzmanns ihre „Eltern“

„Aber das Kind muss doch von irgendetwas leben“, bringt es Gutzmann auf den Punkt. Sie bewohnt in Boitzenburg eine kleine Einzimmerwohnung im Sechs-Familien-Wohnhaus, in dem auch Dagmar Gutzmann wohnt. Mittlerweile ist das Pflegeverhältnis offiziell beendet, doch für Adriana sind die Gutzmanns ihre „Eltern“.

Die ganze "Behördenkram" nimmt ungeahnte Ausmaße. Ob Adriana von irgend woher nun Geld zusteht, erfahren die Leser des Uckermark Kurier in der Ausgabe am Montag.