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So geht es am Lindenweg weiter

Die Allee ist nicht mehr verkehrssicher und wurde gesperrt. Aus Kostengründen hätte die Gemeinde die Bäume abgeholzt. Das wollte die Naturschutzbehörde nicht. Nach einer monatelangen Debatte gibt es nun etwas Klarheit.

Landtagsabgeordneter Henryk Wichmann (rechts) schaute sich mit dem Petitionsausschuss und allen Entscheidungsträgern die Lindenallee vor Ort an.

Der Lindenweg in Boitzenburg, eine alte denkmalgeschützte Allee, ist seit 2013 für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Und das obwohl an ihrem Ende noch eine Familie wohnt, der Weg bei Wanderern beliebt ist und es auch für Holztransporte aus dem Tiergarten keine praktische Alternative gibt. Von den 123 Linden sind laut Baumgutachten 112 nicht mehr verkehrssicher. 15 müssten sofort gefällt werden, die anderen bräuchten dringend eine Kronenentlastung.

Während der Denkmalschutz sich kompromissbereit zeigte, wollte die Naturschutzbehörde ein Artenschutzgutachten. Das ist für die Gemeinde zu teuer. „Eigentlich stehen im Haushalt nur 50 000 Euro für die Unterhaltungspflichten von Straßen und Wegen in allen zehn Ortsteilen zur Verfügung. Dieses Jahr müssen wir schon 150 000 Euro ausgeben“, sagte Bürgermeister Bernhardt Rengert. 

Weg könnte bis zum Sommer frei sein

Allein die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit am Lindenweg ohne Ausgleichsmaßnahmen könnte mehr als 20 000 Euro kosten, schätzte Jörg Rakow vom Bauamt. Da würde die Gemeinde doch lieber gleich die alte Allee abholzen und neu anpflanzen.

Und so feilschten die Gemeindevertreter mit Behörden seit Monaten. Die Mitglieder vom Petitionsausschuss Henryk Wichmann und Andreas Galow drängten auf einen Kompromiss zugunsten der Menschen, noch an diesem Tag. Plötzlich ging etwas. Und Vize-Landrätin Karina Dörk verkündete: Die Behörde wolle stillhalten. Die Gemeinde dürfe ihre Verkehrssicherungspflicht erfüllen: 15 Bäume fällen, die gefährdeten kappen, begleitet von einem Naturschutzfachmann, aber ohne Gutachten und Ausgleichsmaßnahme. Damit könnte bis zum Sommer die Sperrung des Weges aufgehoben werden.