Trotz Zuschuss und günstige Miete:

Noch immer möchte sich kein Hautarzt in Templin niederlassen

Templin benötigt einen neuen Dermatologen. Medizinern soll eine Praxis in der Stadt mit einer Starthilfe schmackhaft gemacht werden.

Nach 25 Jahren schließt Fachärztin Dr. Birgit Göhre ihre Praxis in Templin. Findet sich für sie ein Nachfolger? Foto: Matthias Schöppner
Matthias Schöppner Nach 25 Jahren schließt Fachärztin Dr. Birgit Göhre ihre Praxis in Templin. Findet sich für sie ein Nachfolger?

In zwei Wochen schließt Dr. Birgit Göhre ihre Hautarztpraxis in Templin. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht. Bei der Suche nach einem Mediziner, der die Hautarztstelle besetzt, bekommt die Stadt jetzt Unterstützung. „Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KV) hat alle Fachärzte, die in Berlin für die Niederlassung als Dermatologe auf der Warteliste stehen, angeschrieben und sie auf die Möglichkeit einer eigenen Praxis im Berlin-nahen Templin aufmerksam gemacht“, sagte Bürgermeister Detlef Tabbert. Außerdem halte die KV für alle Standorte mit Facharztmangel, wie jetzt Templin, 50 000 Euro sozusagen als Starthilfe für den Mediziner bereit. An Praxisräumen fehlt es ebenfalls nicht in der Stadt. „Im Augenblick wären bei uns für fünf Ärzte Räumlichkeiten vorhanden“, so Tabbert.

Vorstoß geht ins Leere

Um den Verlust der Hautarztstelle abzuwenden, hatten Kommunalpolitiker in der Stadtverordnetenversammlung einen Vorstoß gewagt. Die CDU-Fraktion hatte vorgeschlagen, einem Dermatologen für einen Übergangszeitraum die Praxisräume für einen symbolischen Mietzins von einem Euro je Quadratmeter zu überlassen oder die Kaltmiete zu 50 Prozent zu übernehmen, falls die städtische Wohnungsbaugesellschaft keine geeigneten Praxisräume zur Verfügung stellen könnte. Im Wirtschaftsausschuss fand sich aber für beides keine Mehrheit. 

Findet sich kein Hautarzt für Templin, müssen Patienten jetzt bis nach Zehdenick, Angermünde, Schwedt oder Pasewalk fahren.