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Stadtverordnete überrascht: Neue Kita teurer als geplant

Die neue Kita in Lychen ist 38 500 Euro teurer als geplant. Der Bau, der eigentlich 1,2 Millionen Euro kosten sollte, braucht einen Nachschlag aus dem ...

Obwohl es die gesamte Bauzeit hieß, dass alles wie geplant läuft, ist die neue Kita in Lychen ist 38 500 Euro teurer als geplant. Die Finanzierung sorgt für neue Lücken im knappen Haushalt.  FOTOmontage: Nadine Teuchert

Die neue Kita in Lychen ist 38 500 Euro teurer als geplant. Der Bau, der eigentlich 1,2 Millionen Euro kosten sollte, braucht einen Nachschlag aus dem ohnehin klammen Stadthaushalt. Mit dieser Tatsache wurden jetzt die Mitglieder des Finanzausschusses überraschend konfrontiert.
Tobias Schönfeldt vom zuständigen Planungsbüro nennt die wichtigsten Faktoren, die die Kosten in die Höhe getrieben haben: aufwendigere Gründungsarbeiten, die für einen festen Bauuntergrund sorgen, zusätzliche Kosten für elektrische Anschlüsse und Telefon, Baustrom und Bauwasser. Das Bauschild fehlte offensichtlich in der Planung. Außerdem sind zusätzliche Kosten von über 11 000 Euro für Statik- und Brandschutzprüfungen angefallen. „Warum erfahren wir davon erst jetzt, da hätte doch längst die rote Lampe angehen müssen?“, fragte Uwe Ruhnau (SPD). Finanz- und Bauausschuss hätten sich seit Beginn der Bauarbeiten regelmäßig nach dem Stand der Dinge erkundigt und mit ebensolcher Regelmäßigkeit erfahren, dass „alles im grünen Bereich“ sei. Ein Blick in Ausschussprotokolle vergangener Jahre verrät, dass vor Beginn der Bauarbeiten im Juli 2011 im Finanzausschuss eine „vierteljährliche Vorlage der Kostenübersicht“ beschlossen worden war. Immerhin war der Finanzausschuss einst gebildet worden,um Bauvorhaben in Lychen transparenter zu gestalten und die Kosten zu kontrollieren. Deshalb war derÄrger im Finanzausschuss groß.
Die Stadtverordneten und die sachkundigen Bürger haben erst jetzt eine detaillierte Auflistung der tatsächlichen Kosten für den Kita-Bau erhalten. Übrigens per Tischvorlage unmittelbar zu Sitzungsbeginn, sodass kaum Zeit blieb, die Zahlen zu prüfen und einzuordnen. Deshalb sollen jetzt unter anderem die im Bauverlauf entstandenen zusätzlichen Kosten nachträglich dem Bauausschuss vorgelegt werden. Kämmerin Cornelia Läufer unterbreitete indes Vorschläge zur Deckung der Mehrkosten. Danach seien 10 000 Euro vom Abriss und den archäologischen Untersuchungen übrig, die Förderung aus dem Bundesprogramm sei ebenfalls um 10000 Euro höher ausgefallen als geplant. Bleiben 18500 Euro. Im Haushalt sind 5000 Euro für den eventuellen Beginn des Hafenbaus in diesem Jahr eingeplant – Geld, das jetzt erst mal in die Kita fließen soll. Und die restlichen 13500Euro werden aus dem Topf genommen, mit dem eigentlich die marode Technik des Bauhofes erneuert werden soll.