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Storkowerin meldet sich bei „Bauer sucht Koch“

Die Uckermark ist nun nicht gerade die typische Gemüseanbau-Region. Das ficht Christiane Lubahn aus Storkow nicht an. Sie verlagert ihren ...

Christiane Lubahn aus Storkow investiert gerade in ein Gewächshaus, um ihren neuen Partnern in Berlin ein noch zuverlässigerer Partner bei der Belieferung mit frischen regionalen Produkten zu sein.  FOTO: Sigrid Werner

Die Uckermark ist nun nicht gerade die typische Gemüseanbau-Region. Das ficht Christiane Lubahn aus Storkow nicht an. Sie verlagert ihren Geschäftsschwerpunkt nach mehr als 20 Jahren sogar Schritt für Schritt vom Tabak- zum Gemüseanbau. Beim Tabak sei die Abnahme zwar sicher, aber der Preisdruck enorm, während parallel dazu die Energiekosten in die Höhe schnellen.

Was früher ein Nebengeschäft war, wird für die Storkowerin immer mehr zur attraktiven Marktnische. Während in traditionellen Gemüseanbaugebieten Gurken, Tomaten, Spargel spezialisiert wie vom Fließband produziert werden, kann die Uckermärkerin fast eine komplette Produktpalette an Gemüsesorten auf die Waagschale werfen. Bis auf wenige Arten, die auf dem trockenen sandigen Acker im Templiner Raum nun gar nicht zuverlässig gedeihen wollen, kann sie Großhandel und Gaststätten mit frischen regionalen Produkten versorgen: Einen Namen hat sie sich mit ihren – aktuell zwölf – Kartoffelsorten gemacht, blaue, rote, gelbe Kartoffeln, dazu frische Gurken, Tomaten, Spargel, Erdbeeren, Salate, Rote Bete, Porree, Salate, Kräuter… „Der Bedarf ist da“, hat Christiane Lubahn die Erfahrung gemacht. Über die Aktion „Bauer sucht Koch“ im Internet habe sie neue Geschäftspartner kennengelernt, Gourmetrestaurants, darunter auch einen Sterne-Koch, einen Frischedienst… Und so verkauft der vergleichsweise kleine Storkower Betrieb mit seinen 20 Hektar Gartenanbaufläche, von denen drei Hektar mit Kartoffeln, zwei Hektar mit Erdbeeren, 1,5Hektar mit Spargel und ein Hektar mit Gemüse (Rest Tabak)bestellt sind,immer mehr regionale Produkte nicht nur auf dem Templiner Wochenmarkt, sondern beliefert auch Abnehmer in der Hauptstadt. Liebe Kunden seien ihr auch Gaststätten in Templin selbst, die eben nicht auf Massenware aus dem Großmarkt setzen, sondern ihren Gästen das „ganz besondere Gemüse“ aus der Region liefern wollen.

Um ihre Lieferbeziehungen zu einem großen Frischemarkt in Berlin ausbauen zu können, will sie dieses Jahr ihre seit Langem geplante Investition in ein neues Gewächshaus realisieren. Die Stahlgerüste für die erste Ausbaustufe, 16 mal 30 Meter unter hagelsicheres Plexiglas zu bringen, stehen schon. Damit „recycelt“ die Storkowerin übrigens Templiner Gartenbautradition. Das Skelett stamme noch vom ehemaligen Gartenbaubetrieb Templin, der Ende der 80er Jahre noch einmal kräftig in Gewächshäuser am Standort Ludwigshof investiert hatte, sich aber nicht über die Wende retten konnte. So wurde in zwei Gewächshäusern nie produziert. Im Herbst sollen die ihre nun in Storkow aufnahmebereit für Wintergemüse und -salate sein, kündigt die Storkowerin an.