Ohne Genehmigung geht nichts:

Tannen dürfen nicht ins Feuer

Überall in der Uckermark wollen Vereine und Einwohner in geselliger Runde Weihnachtsbäume verbrennen. Gibt's nicht, sagt das Umweltministerium in Potsdam. Es lässt aber ein Hintertürchen offen.

Das Verbrennen von Weihnachtsbäumen ist in vielen Kommunen schon zur Tradition geworden.
Bernd Wüstneck Das Verbrennen von Weihnachtsbäumen ist in vielen Kommunen schon zur Tradition geworden.

Landauf, landab nutzen Kommunen und Gemeinschaften die Gelegenheit, das Weihnachtsbaumverbrennen zu einem Fest für die Einwohner in den Orten zu machen. Da verbreitete sich eine offizielle Information aus dem Brandenburger Umweltministerium vom 6. Januar wie ein Lauffeuer. Darin stellt die Behörde klar, dass das „offene Verbrennen von pflanzlichen Abfällen aus Haushaltungen und Gärten verboten ist“ und verweist auf die Abfallkompost- und Verbrennungsordnung des Landes. Das Ministerium begründet das mit „eingegangenen Beschwerden über das beabsichtige offene Verbrennen von Weihnachtsbäumen“.

Den schwarzen Peter haben jetzt die Ordnungsbehörden in den Kommunen, auf deren Tischen Anfragen zum öffentlichen Verbrennen der Weihnachtsbäume landen. Bislang war man dort der Ansicht, dass dafür Ausnahmegenehmigungen erteilt werden können. So verwies Ute Stahlberg vom Ordnungsamt in Templin auf ein Schreiben des Umweltministeriums vom 29. September 2014. Darin wird zum Beispiel gefordert: „Solche Abfälle müssen entweder kompostiert oder zu den Höfen von Bioabfallverwertern gebracht werden." Strafen von bis zu 100 000 Euro sieht die Verordnung bei Verstößen vor.

So regelt die Uckermark das Verbrennen

Was das Verbrennen der Tannen betrifft, beruft man sich in Templin auf das einzige Schlupfloch, dass vom Ministerium offen gehalten wurde. Demnach dürfen die Ordnungsbehörden sogenannte Brauchtumsfeuer wie zum Beispiel Oster-, Martins- oder Johannifeuer genehmigen. „Auch das öffentliche Verbrennen von Weihnachtsbäumen ist in den vergangenen Jahren zur Tradition geworden. Deshalb haben wir sie genehmigt“, so dem Templiner Ordnungsamtschefin.

Auch in der Prenzlauer Stadtverwaltung ist man vom jüngsten Schreiben des Ministeriums irritiert. Doch auch dort vertraut das Ordnungsamt darauf, dass die Tannen nach traditionellen Brauchtum im Feuer landen. „Wir haben jetzt die ersten Veranstaltungen dieser Art genehmigt“, erklärte Pressesprecherin Alexandra Martinot.

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