Erinnerungen eines Schauspielers:

Tatort-Kommissar lebt jetzt ungefährlich

Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Das bestätigte sich einmal mehr bei einer Lesung mit dem Schauspieler Ernst-Georg Schwill in Lychen. Der Berliner musste seiner Karriere bei Film und Fernsehen etwas nachhelfen.

Florian Behrendt (rechts) ließ sich das Buch vom „Tatort-Kommissar“ Ernst-Georg Schwill signieren.
Burkhard Bock Florian Behrendt (rechts) ließ sich das Buch vom „Tatort-Kommissar“ Ernst-Georg Schwill signieren.

Spätestens als Ermittler Lutz Weber im ARD-Tatort ist der Schauspieler Ernst-Georg Schwill der deutschen Fernsehnation bekannt. Die Lychener kennen ihn jetzt noch ein wenig besser, denn der Mime war einer Einladung der Natur- und Wanderfreunde der Flößerstadt gefolgt. Im Bistro an der Sporthalle las er nicht nur aus seinen Lebenserinnerung "Is doch keene Frage nich", sondern erzählte auch, wie er zum Film kam.

So tauchten eines Tages Leute von der DEFA in dem Kinderheim auf, in dem Schwill als Waisenjunge aufwuchs. Sie suchten einen Jugendlichen für eine Filmrolle. Man machte ihm Hoffnung, aber danach hörte er lange nichts. Er setzte sich hin und schrieb einen Brief an die DEFA. „Diesen Brief fand ich vor vier, fünf Jahren im Filmmuseum in einer Ausstellung wieder. Der brachte mir damals das Glück, denn die DEFA meldete sich und ich bekam eine Rolle im Film ,Alarm im Zirkus’.“

Das waren die Anfänge einen sehr umfangreichen Lebens mit der Schauspielerei. Fast in jeden Jahr gab es zwei, drei Produktionen mit Ernst-Georg Schwill. „Ich kann mit dem, was ich gemacht habe, sehr zufrieden sein“, sagte er. Auch nach der politischen Wende 1990 gab es zahlreiche Produktionen mit dem Berliner. Die 13 Jahre im Berliner Tatort machten ihn dann auch dem gesamten deutschen Fernsehpublikum bekannt. „Es hat viel Spaß gemacht mit den beiden Kommissaren, aber nun ist leider Schluss.“ In diesem Jahr stand er noch für „SOKO Wismar“ und dem Film „Die Krone von Arkus“ vor der Kamera.