Übergabe:

Templins neue Stadtchronik könnte im Schulunterricht genutzt werden

Wenn Kinder und Jugendliche künftig etwas über die Entwicklung der Kurstadt wissen wollen, dann müssen sie dafür nicht erst in die Bibliothek gehen oder ins Museum. Die neue Stadtchronik liegt nun in den Schulen aus. Vielleicht wird ja sogar ein Schüler dadurch zum Chronisten.

Dutzende Dokumente, Zeitungen und anderes Archivmaterial haben die drei Hobbyhistoriker Bärbel Makowitz (65), Martin Kunze (78) und Eitel Knitter (74) gesichtet und dokumentiert, über 100 Zeitzeugen befragt. Ergebnis dieser umfangreichen Recherchen ist ein 592 Seiten starkes Buch, das Auskunft über die Entwicklung Templins von der urkundlichen Ersterwähnung im Jahre 1287 bis ins Jahr 2012 gibt: „Templin - Eine märkische Stadt im Wandel der Geschichte“. Im ersten Teil werden wichtige Daten, Fakten und Ereignisse von der Besiedlung bis ins Jahr 1945 erläutert. Zwei weitere Kapitel des Buches befassen sich mit dem Leben der Templiner zur DDR-Zeit und mit Templin nach der Wende.

Die erste Aufflage ist so gut wie vergriffen. 135 Exemplare des Buches liegen jetzt in den acht Schulen, die es in der Kurstadt gibt, als Klassensätze bereit. Ein besseres und aktuelleres Material können Kinder und Jugendliche gar nicht haben, wenn sie sich mit der Entwicklung Templins im Unterricht beschäftigen, sagt Bürgermeister Detlef Tabbert. Die bisher veröffentlichte Stadtgeschichte endete 1925. Darüber hinaus gab es nur eine Abhandlung dazu, die bis ins Jahr 1933 reicht und die sich im Stadtarchiv befindet. Gemeinsam mit Sparkassenvorstand Wolfgang Janitschke – das Kreditunternehmen hatte die Anschaffung für die Schulen finanziell ermöglicht – übergab er symbolisch je ein Buch an die Schulleiter. Bärbel Makowitz, die gemeinsam mit Eitel Knitter und Martin Kunze „Templin - Eine märkische Stadt im Wandel der Geschichte“ geschrieben hat, freut sich besonders darüber, dass mit dem Buch nun auch in den Schulen gearbeitet werden kann. Schließlich war sie selbst einmal Lehrerin. Heimatgeschichte sei immer Bestandteil ihres Unterrichts gewesen, sagte sie. „Und es mangelt der Templiner Historie nicht an interessantem Stoff.“

Für Schulleiterin Elke Benzmann von der Goethe-Grundschule ist die Neuerscheinung ein willkommenes Unterrichtsmaterial. „Das Interesse unserer Kinder an Templins Stadtgeschichte ist groß. Ich denke, wir werden das Buch gut für unseren Projekttag zur Geschichte unseres Schulhauses gebrauchen können.“ Genauso kann es sich die Pädagogin als Grundlage für bestimmte Themen im Sachkundeunterricht vorstellen. An der Oberschule Templin werden sich die Geschichtslehrer darüber verständigen, wie die Chronik Bestandteil des Unterrichtes werden kann, erklärte Schulleiterin Barbara Liedtke. „Dabei wollen wir auch auf die Ideen unserer Schüler zum Thema Stadtgeschichte eingehen.“

Templins Bürgermeister ist überzeugt davon, dass die Chronik gutes Grundlagenmaterial für zwei weitere Projekte ist, die die Stadt an Schulen vergeben hat beziehungsweise will: Bei der Planung für die Sanierung des Denkmals der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in der Bahnhofstraße oder aber, wenn sich am 6. März 2014 zum 70. Mal der Tag jährt, an dem Bomben auf Templin fielen.

Übrigens, auch wenn die Stadtchronik inzwischen fast vergriffen ist, es wird eine Zweitauflage geben, kündigte Bärbel Makowitz an. „Außerdem wollen wir die begonnene Chronologie in gewissen Abständen fortschreiben. Und wer weiß, vielleicht wird aus einem Schüler, der sich heute mit unserem Buch beschäftigt, später jemand, der diese Aufgabe übernehmen möchte?“

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