Zurück zur Nahversorgung:

Thomsdorfer wollen wieder bei Tante Emma einkaufen

Die Idee vom Laden im Dorf ist da, die Räume dafür sind es auch und die Leute sehnen ihn herbei. Und trotzdem ist es schwer, geschäftstüchtige Enthusiasten zu finden.

Die Wartburg-Waage aus dem alten Dorf-Konsum in Thomsdorf gibt es als Geschenk für den neuen Mieter, sagt Malerin Christine Radeke.
Carsten Korfmacher Die Wartburg-Waage aus dem alten Dorf-Konsum in Thomsdorf gibt es als Geschenk für den neuen Mieter, sagt Malerin Christine Radeke.

Sie verschwanden wie so vieles in den uckermärkischen Dörfern - die Tante-Emma-Läden. Und wie so oft wissen die Menschen diese erst zu schätzen, wenn sie nicht mehr da sind. Auch in Thomsdorf in der Gemeinde Boitzenburger Land ist das so. „Früher diente der Dorfladen der Daseinsvorsorge für die Menschen auf dem Land“, sagt Laila Stieler vom Kulturverein Thomsdorf. „Heute fehlen sie auf den Dörfern. Stattdessen müssen die Menschen viele Kilometer zum Supermarkt fahren. Doch vielen Menschen fehlt die persönliche Note eines Dorfladens.“

Ein Job für Idealisten

Dabei verfügt das Dorf auf dem Gelände des Kunsthandwerkerhofes über geeignete Räume. Es habe auch schon Interessenten gegeben, doch die sagten ab. „Diese Aufgabe ist etwas für Idealisten“, sagt Laila Stieler. „Denn reich wird man mit einem solchen Laden wahrscheinlich nicht.“ Dieses Problem sieht auch Malerin Christine Radecke, die auf dem Kunsthandwerkerhof eine Galerie hat. „Der Laden ist ideal für jemanden, der nicht vollständig davon leben muss“, so die Künstlerin.

Alternative Idee

Sollte sich in absehbarer Zeit kein Mieter für den Laden finden, dann wäre Laila Stieler zufolge auch ein genossenschaftliches Modell denkbar. Konzepte dieser Art würden in den ländlichen Regionen der südlichen Bundesländern einen regen Zuspruch erfahren. Die Nahversorgung durch Gemeindemitglieder ist ein zentrales Element. Interessenten können sich über den Kulturverein Thomsdorf an Laila Stieler oder Ulrike Rosin wenden.

Telefon: 039889 86241