Fällaktion:

Tickende Zeitbomben direkt über dem Wanderweg

Abbrechende Äste und umstürzende Bäume sind nicht nur bei schweren Stürmen eine Gefahr für Spaziergänger. Dabei sind Waldeigentümer verpflichtet, auf ausgewiesenen Wanderwegen für Sicherheit zu sorgen.

Der halbe Arm des Baumgutachters passt in den morschen Stamm.
Birgit Bruck Der halbe Arm des Baumgutachters passt in den morschen Stamm.

Alte Bäume, Steilufer, direkt am Wasser: der Wanderweg, der sich am Ufer des Templiner Stadtsees und des Bruchsees entlang zieht, hat alles, was sich Wanderer, Jogger oder Spaziergänger wünschen. Für die Tücken braucht es den Blick des Fachmanns. Baumgutachter Yves Krüger zeigt in die Höhe: „Dort oben hängt die abgestorbene Krone einer alten Kiefer, ich schätze, dass die mindestens 200 bis 300 Kilo wiegt“. Sie wird nur noch von den Ästen anderer Bäume gehalten.

Direkt über einem öffentlichen und ausgewiesenen Wanderweg ist das eine tickende Zeitbombe. Yves Krüger und seine Kollegen eines Eberswalder Forstbetriebes greifen deshalb an dieser und an einigen anderen Stellen entlang des Weges, der durch den 700 Hektar großen Templiner Schulwald führt, zur Säge. Der Gutachter zeigt auf Stämme, an den auffällig viele Pilze austreiben, auf beschädigte Rinde. Einem Baum im unmittelbaren Uferbereich kann er ohne Mühe den Arm in eine Aushöhlung stecken. „Alles Zeichen, dass ein Baum geschädigt ist. Dann müssen wir schauen, wo der Baum steht, welche Gefahren drohen würden, wenn er umstürzt oder Teile von ihm abbrechen“, erklärt der Fachmann. Erst dann fällt die Entscheidung, ob die Säge ran muss, ob der Baum komplett gefällt oder Totholz entfernt wird.

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