Schelte gegen Bauhof:

Türkshofer sehen ihren Ortskern verschandelt

Mitarbeiter des Bauhofes der Stadt Lychen beseitigen Sträucher rund um den Feuerlöschteich im Ort. Eine altes Wiegehaus neben dem Spielplatz reißen sie auch ab. Sie hinterlassen dabei nicht Scherben im Boden, sondern zerschlagenes Porzellan bei den Anwohnern.

Scherben neben dem Spielplatz von Türkshof – für Hendrik Siedelberg (15), Lea-Sophie Koch (11) und Jan Plikat (5) gefährlich zum Spielen.
Benjamin Vorhölter Scherben neben dem Spielplatz von Türkshof – für Hendrik Siedelberg (15), Lea-Sophie Koch (11) und Jan Plikat (5) gefährlich zum Spielen.

Reifenspuren auf der Dorfwiese, aufgewühlte Erde, liegen gebliebene Äste und Blätter von Sträuchern - nach Abrissmaßnahmen gleicht der Orstkern von Türkshof einer unfertigen Baustelle. Die Anwohner sind deswegen empört. 

„Vor zwei Wochen kam ein Bautrupp mit Bagger und Kleinlastern und hat angefangen die Sträucher um den Feuerlöschteich und um den Spielplatz zu entfernen. Das Wiegehaus am Spielplatz haben sie auch abgerissen, genauso wie die Eisenketten, die den Spielplatz umzäunt haben. Jetzt sieht es hier schockierend aus, wie auf dem Truppenübungsplatz“, beschwert sich Falko Odening. Der Türkshofer ärgert sich nicht nur über die seiner Ansicht nach schlampig durchgeführten Arbeiten des Bauhofes der Stadt Lychen, sondern auch über den Grund für die Maßnahme. „Die fand aus meiner Sicht statt, um die Arbeiter zu beschäftigen“, vermutet der 46-Jährige.

„Die Mitarbeiter des Bauhofes machen so etwas nicht aus Langeweile. Dagegen möchte ich mich verwahren. Die haben klare Aufträge“, entgegnet Sven Klemckow. „Das Wiegehaus und der Zaun aus Eisenketten wurde vom TÜV als Gefahrenquelle eingestuft. Für den Feuerlöschteich gibt es Brandschutzvorgaben. Der Teich muss zugänglich sein. Wir sind dafür zuständig, solche Gefahren abzubauen. Daher wurden die Sträucher und das Wiegehaus abgerissen“, erläutert der Bürgermeister der Stadt Lychen.  

Argumente, die Falko Odening nicht überzeugen. Aus seiner Sicht werde ständig etwas im Dorf weggerissen und kaum etwas in die Infrastruktur investiert. Außerdem gäbe es keine Pläne für die Weiterentwicklung des Dorfes, meint der gebürtige Berliner.

„Es gibt keine Pläne für Türkshof", muss der Bürgermeister eingestehen. „Aber wenn die Anwohner selbst etwas in die Hand nehmen, begrüßen wir das. In Rutenberg funktioniert das ganz gut“, sagt Klemckow. Dass nichts investiert wird, lässt der Bürgermeister seinerseits nicht gelten. Schließlich habe Türkshof eine Bushaltestelle mit Wartehäuschen und einen Spielplatz. Der soll wieder komplettiert werden. „Wir werden da wieder etwas hinstellen. Und die Glasscherben am ehemaligen Wiegehaus räumen die Jungs vom Bauhof weg“, verspricht Klemckow. Falko Odening und die Türkshofer sind gespannt.   

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung