Ausbildung:

Umweg führt nach Templin und zum Traumjob

Die Uckermark wird für eine 29-Jährige aus der Lausitz zum neuen Lebensmittelpunkt. Auch beruflich.

Zusammen geht vieles leichter: Lennox braucht Hilfe beim Basteln. Ein kleiner Handgriff von Anja Seidel genügt, damit der Junge an seiner Ritterburg weiterbasteln kann.
Michaela Kumkar Zusammen geht vieles leichter: Lennox braucht Hilfe beim Basteln. Ein kleiner Handgriff von Anja Seidel genügt, damit der Junge an seiner Ritterburg weiterbasteln kann.

Basteln ist für Anja Seidel mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Für die Lehrerin gehört dies unter anderem zum Beruf, denn „Spielen und entdecken“ heißt eine Offerte an der integrativen Waldhofschule Templin, eine freie Bildungseinrichtung in Trägerschaft der Hoffbauer gGmbH. In der Schule lernen 266 Kinder und Jugendliche mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf bis Klasse sechs beziehungsweise in einer Ober- und Werkstufe für geistig Behinderte.

Dort arbeitet Anja Seidel seit 2005. Ihr Weg führte sie aus Cottbus nach Templin. Geplant war das nicht so. Wegen einer Umstrukturierung konnte sie ihre Ausbildung nicht in der Lausitz beenden. Zum Glück ergab sich für die junge Frau in Templin am Oberstufenzentrum (OSZ) die Möglichkeit, das Begonnene fortzusetzen. Anja Seidel absolvierte in der Uckermark die Erzieherausbildung. Am OSZ fühlte sie sich gut aufgehoben. Die praktischen Einsätze in allen Erziehungsbereichen boten die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Das weckte bei Anja Seidel den Wunsch, an einer alternativen Schule arbeiten zu wollen.

Nicht zuletzt deshalb, weil in jeder Klasse der Waldhofschule, in der je zur Hälfte Regel- und Förderschüler miteinander und voneinander lernen, ein Grundschullehrer, ein Sonderschullehrer sowie eine pädagogische Fachkraft tätig sind. Zusammen bilden sie ein Team und wissen um die Stärken und Schwächen ihrer Schüler. „Jeder von ihnen kann etwas besonders gut“, erklärt Anja Seidel. Das vermitteln sie und ihre Kollegen auch den Kindern. Die Mädchen und Jungen ohne Handicap gewinnen aus dem Schulkonzept „Eine Schule für alle“ ein hohes Maß an sozialer Kompetenz.

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