Kahlschlag oder Aufräumen?:

Und plötzlich ist die Fichte weg

In Tangersdorf verschwindet quasi über Nacht der "Mittelpunkt" des Ortes mit Baum und Wegweisern.

So sah es an der einzigen Kreuzung im Lychener Ortsteil Tangersdorf bis vor wenigen Tagen aus - links im Bild das umstrittene Rondell mit der Fichte in der Mitte und den Wanderwegweisern.
privat So sah es an der einzigen Kreuzung im Lychener Ortsteil Tangersdorf bis vor wenigen Tagen aus - links im Bild das umstrittene Rondell mit der Fichte in der Mitte und den Wanderwegweisern.

Manchmal ist es tatsächlich besser zu handeln, statt zu reden. Doch offensichtlich nicht immer. Dieser Meinung ist zumindest ein Teil der Tangersdorfer Einwohner. Erstaunt nahmen sie vor genau einer Woche zur Kenntnis, dass früh am Morgen der Bauhof anrückte und dort, wo in der in der Mitte des kleinen Lychener Ortsteils die beiden unbefestigten Straßen aufeinander treffen, Tabula rasa machte. Ein in Stein eingefasstes Rondell mit einer Fichte in der Mitte, umgeben von kleineren Lebensbäumen verschwand. Auch der Wegweiser kam gleich mit weg. Seit vier Tagen markierte ein Holzkreuz, aufgestellt von Tangersdorfern, die Stelle und zeigte offensichtlich die Trauer über diese Aktion. Kurz nachdem es der Uckermark Kurier auf einem Foto festhielt, war es verschwunden. Übrig blieb an der Stelle, an der es jahrzehntelang Büsche, Bänke, einen großen Holzpilz oder eben zuletzt Koniferen gab: nichts. Bürgermeister Sven Klemckow, nach den Hintergründen dieser Aktion gefragt, verwies auf die Beschwerden von Tangersdorfern über den ungepflegten Zustand dieses grünen Kreisels. Da die Stadt aus Kostengründen zur Pflege nicht in der Lage sei, habe man sich für den Abriss entschieden. Ehrenamtliches Engagement, hier für Ordnung zu sorgen? Nach Aussagen des Bürgermeisters Fehlanzeige. "Hätte man uns gefragt, hätten wir auch gehandelt", beteuert hingegen unter anderem Herbert Vavra, Chef des in Tangersdorf ansässigen Pfadfinderlagers. Was bleibt, sind Unmut, eine kahle Sandfläche und die Gewissheit, dass Reden manchmal doch besser ist als Handeln.