Stadtgrün:

Und schon sind die Bäume abgeholzt

Umweltschützerin Regine Kik ärgert sich darüber, dass die Kastanien am Templiner Kirchplatz verschwunden sind. Eigentlich hätte darüber noch einmal gesprochen werden sollen. Aus dem Rathaus heißt es aber, es geht nicht anders.

Sie sind weg die drei alten Kastanien vor der Maria-Magdalenen-Kirche. Dass es Diskussionen über die Fällung geben wird, war zu erwarten.
Michaela Kumkar Sie sind weg die drei alten Kastanien vor der Maria-Magdalenen-Kirche. Dass es Diskussionen über die Fällung geben wird, war zu erwarten.

Hat die Stadtverwaltung etwa vorschnell die drei Kastanien am Kirchhof in der Mühlenstraße fällen lassen? Die Netzowerin Regine Kik kann den Eindruck zumindest nicht los werden. Als Mitglied der städtischen „Arbeitsgruppe Großgrün“ hätte sie ein Gespräch erwartet, bevor die Säge angesetzt wird. „Verabredet war eigentlich, dass die Kastanien im Herbst von uns nochmals angeschaut werden, um dann zu einer Entscheidung zu kommen“, ärgert sie sich. Hätte die Stadt den Ast, der von einem der Bäume auf den Gehweg gefallen war, beizeiten wegnehmen lassen, wäre aus der Sicht von Regine Kik für diese Baumschau auch noch Gelegenheit gewesen. „Wenn die Arbeitsgruppe schon kein Mitspracherecht hat und nur als Feigenblatt dient, warum wurde sie dann nicht wenigstens informiert?“

Die Arbeitsgruppe Großgrün gibt es seit zweieinhalb Jahren. Natur- und Umweltschützer sowie Vertreter der Stadtverwaltung kümmern sich darin unter anderem darum, wie mit den Bäumen in der Stadt, umgegangen wird. Das ist ein sehr sensibles Thema. Erinnert sei nur an die Proteste, als 150 Jahre alte Linden auf dem Marktplatz aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht gefällt wurden, der Uckermark Kurier berichtete.

Selbst mit dieser Erfahrung im Hintergrund bittet Templins stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Heise um Verständnis für die vermeintliche Blitzaktion am Kirchhof. „Wir haben nicht klammheimlich gefällt. Wir mussten handeln, weil Gefahr im Verzug war, nachdem ein großer Ast mitten auf den Gehweg gestürzt war. Es ging also nicht darum, die Arbeitsgruppe zu hintergehen.“ Zwei der drei Kastanien standen seit längerer Zeit zur Diskussion, nachdem Fachleute von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises bescheinigt hatten, dass sie krank sind. Auch der dritte Baum sei nicht zu erhalten gewesen. „Mit der Naturschutzbehörde haben wir übrigens vor der Fällung noch einmal Rücksprache gehalten.“

So kurzfristig wie möglich will die Stadt jetzt am Kirchhof neue Bäume pflanzen. Für Regine Kik ist das Thema damit nicht beendet. Sie will es in der Arbeitsgruppe noch einmal zur Sprache bringen.

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