Elektriker auf Abwegen:

Urlauber vom Flößervirus infiziert

Eine Floßtafel zusammenzubauen ist nichts für Angsthasen. In Lychen ließ sich ein Feriengast auf dieses Abenteuer ein.

Urlauber Arno Schneider (links) in Aktion.
Horst Skoupy Urlauber Arno Schneider (links) in Aktion.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen, wusste schon der deutsche Dichter Matthias Claudius. Der Sinsheimer Elektriker Arno Schneider kann seinen Freunden auf jeden Fall von einem besonderen Reiseerlebnis berichten, wenn er wieder in seiner baden-württembergischen Heimat ist. Der 53-Jährige war am Sonnabend der einzige Mann, der das Abenteuer wagte, gemeinsam mit den Lychener Flößern eine Floßtafel nach überlieferter Tradition des Berufsstandes zusammenzubauen. Echte körperlich schwere Arbeit, wie der Sinsheimer feststellen konnte. Sein Erlebnis hinterließ Spuren - ein paar Schwielen an der linken Hand. "Erst, wenn man es selbst einmal gemacht hat, kann man ahnen, was die Flößer damals leisten mussten", sagte Arno Schneider. Beim Publikum am Ufer des Oberpfuhlsees war der Urlauber jedenfalls der Star und kam unter dem Beifall der Zuschauer trocken ans Ufer zurück.

Zum 20. Mal feierten die Lychener und ihre Gäste das Flößerfest. Eine Woche lang standen verschiedene Veranstaltungen auf dem Programm. Höhepunkt war am Sonnabend das Spektakel auf der Festmeile am Oberpfuhl, zu dem neben dem Schauflößen der Mitglieder des Lychener Flößervereins auch Floßrundfahrten, ein Fotowettbewerb zum neuen Leitspruch der Lychener "Wir stehen auf Wasser", ein Kinderprogramm auf der Freilichtbühne, viel Musik, zahlreiche Stände regionaler Händler und Kunsthandwerker gehörten sowie Rundfahrten mit einer historischen Postkutsche, gezogen von vier Mulis vom Pferde- und Mulihof Rensch. Einige Fotos geben Impressionen vom 20. Flößerfest wieder.

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