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Vandalen randalieren ungestört

Wer in Templin zu später Stunde die Polizei anruft, hat die Kollegen aus Prenzlau am Hörer. Die Wache in der Kurstadt ist um diese Zeit nicht mehr besetzt. Ein Zustand, der bei Straftaten kostbare Minuten kostet und der den Einwohnern missfällt.

In diesen Ruinen auf dem ursprünglich eingezäunten Gelände trieben sich am Donnerstag unbekannte Randalierer herum.
Sigrid Werner In diesen Ruinen auf dem ursprünglich eingezäunten Gelände trieben sich am Donnerstag unbekannte Randalierer herum.

Als der Templiner Manfred Wagner am Donnerstag gegen 17 Uhr Lärm und Randale vom einstigen Heizhaus-Gelände in der Dargersdorfer Straße vernahm, wählte er die 430, die Telefonnummer der Polizeiwache Templin. Sollte auf dem umzäunten Gelände noch mehr zerstört werden oder Kinder und Jugendliche inmitten von Ruinen und Müll in Gefahr geraten? Manfred Wagner wollte nicht tatenlos zusehen. Doch mit seinem Anruf landete er nicht in der Polizeiwache Templin, sondern automatisch bei der Polizeiinspektion in Prenzlau. „Wo ist denn das?“, hörte er den Polizisten am anderen Ende der Leitung fragen. Der schien mit den Örtlichkeiten in Templin überhaupt nicht vertraut zu sein. Ein Polizeifahrzeug hatte er an dem Tag nicht gesehen. Auch Polizeisprecher Gerald Pillkuhn konnte keinen derartigen Polizeieinsatz mit Sicherheit bestätigen. Das sei schwer nachzuverfolgen.

Zwei Tage später kam dann, was kommen musste. Manfred Wagner und andere Anwohner bemerkten am Sonnabend gegen 17.40 Uhr sogar Qualm über die Mauern des alten Heizhaus-Geländes ziehen. Erneut wählte Wagner die Rufnummer der Polizei Templin. Wieder landete sein Anruf in Prenzlau. Wieder seien wertvolle Minuten für umständliche Ortsbeschreibungen vergangen. Zum Glück hatten noch andere Anwohner reagiert. Die Feuerwehr rückte an. Sperrmüll und Unrat, der im Gebäude entzündet worden war, wurde von den Helfern gelöscht. „Weil der Verdacht auf Brandstiftung nahe lag, forderten wir über die Rettungsleitstelle die Polizei an“, berichtete Einsatzleiter Stefan Hennig. Möglicherweise war also auch diesmal nicht der frühe Bürgerhinweis Anlass für die Polizei, einen Streifenwagen zu schicken.

Beschwerden aufgesetzt

Für Manfred Wagner ein Unding, er machte sich sofort daran, Beschwerden an Landtagsabgeordnete, die Polizei, den Bürgermeister zu schreiben. Der Brand hätte vielleicht verhindert werden können, wenn spielende Kinder oder Jugendliche schon am Donnerstag verwarnt worden wären, glaubt er. Zentralisierung bei der Polizei hin und her. Wenn man vor Ort noch eine Wache habe, dürfe man doch erwarten, Polizei mit Ortskenntnis auch vor Ort zu erreichen. Wie sonst sei denn der Dialog mit den Bürgern zu pflegen?

Sprecher verweist auf Notruf der Polizei

Wenn die Kollegen gerade im Einsatz seien, sei die Wache Templin möglicherweise abends mal nicht besetzt. Die Leute sollten bei Hinweisen  die „110“ wählen, so landen sie in der Rettungsleitstelle, die den Überblick über Streifenwagen in der Nähe habe, rät Gerald Pillkuhn.

Kommentare (3)

Quelle Wikipedia: Die Vandalen (auch Wandalen, Vandali, Vandili, Vandilier und Vanduli genannt; griechisch Οὐανδαλοί Vandaloi, Βανδῆλοι Wandeloi, Βανδίλοι Wandiloi) waren ein germanisches Volk, das zur ostgermanischen Sprachgruppe gezählt wird. Zur Zeit des Tacitus siedelten die Vandalen zunächst in der nordöstlichen Germania magna, breiteten sich später aber weiter aus und wanderten im 5. Jahrhundert im Zuge der Völkerwanderung größtenteils nach Spanien und schließlich nach Nordafrika aus. Mit der Zerschlagung des Vandalenreichs im 6. Jahrhundert durch oströmische Truppen verlieren sich ihre Spuren.

Hätten Sie weitergelesen dann wären Sie auf den Begriff "Vandalismus" gestossen der auf die Plünderung Roms durch die Vandalen im Jahr 455 zurückgeführt wird und ein sinnloses Zerstören oder Beschädigen bezeichnet. Dabei verhielten sich die Vandalen allerdings gar nicht so blindwütig wie ihnen angedichtet wurde. Erfunden wurde der Begriff übrigens vom Bischof von Blois im Zusammenhang mit Gewalttaten durch die radikalen Jakobiner während der Französischen Revolution.

In dem Artkel geht es um Vandalismus. Ob es wirklich die Vandalen waren ist nicht erwiesen! Vielleicht sollten zukünftig die Überschriften nicht so ein Klatschzeitungsniveau haben!