Stadt in der Zwickmühle:

„Verbotener“ Hund kostet Templin richtig viel Geld

„Princess“ schaut süß aus. Doch das nützt der American Staffordshire Terrier-Hündin nichts. Diese Rasse zählt zu den „gefährlichen Hunden“, und ihre Haltung ist verboten. Warum das jetzt die Stadt Templin teuer zu stehen kommt.

Hunde wie „Princess“ können für die Kommunen zur teuren Angelegenheit werden.
Horst Skoupy Hunde wie „Princess“ können für die Kommunen zur teuren Angelegenheit werden.

In Templin schafft sich eine Frau 2009 eine American Staffordshire Terrier-Mischlingshündin an. Das Ordnungsamt der Stadt Templin bekommt im März 2010 Wind davon und muss einschreiten, denn Hunde dieser Rasse, einschließlich ihrer Mischlingsnachkommen, sind im Land Brandenburg verboten. Sie dürfen nicht gehalten und verpaart werden, auch der Handel mit ihnen ist verboten. Mehr noch. Nur zugelassene Tierheime dürfen solche Hunde aufnehmen und in andere Bundesländer vermitteln. Deshalb lebt die Hündin jetzt in einem Tierheim des Berliner Vereins Staffordshire-Hilfe e. V.

Die Stadt Templin kostet die Unterbringung von „Princess“ wie die Hündin heißt, jeden Monat 247,50 Euro. Seit März 2010 summieren sich die Beträge auf rund 10 000 Euro. Ein Ende ist nicht abzusehen. Normalerweise müssen die ehemaligen Halter dieser Hunde für die Kosten aufkommen. Doch in diesem Fall bezieht die Frau Leistungen vom Jobcenter. Das bringt die Kommune in die Pflicht und zugleich in die Zwickmühle.

Die Hundehalterverordnung des Landes Brandenburg erschwert den Tierheimen die Vermittlung dieser „gefährlichen Hunde“, die nach Aussagen der Vorsitzenden des Berliner Vereins, Christine Prochnow, in der Hauptstadt als Suchhunde in Rettungsstaffeln oder als sogenannte Besuchshunde bei Demenzkranken oder autistischen Kindern ausgebildet und eingesetzt werden. Finanzielle Unterstützung vom Land für die Unterbringung solcher Tiere erhalten die Kommunen indes nicht. Sie bleiben auf den Kosten sitzen. Bis zu fünf Jahre lang sind sie verpflichtet, den Tierheimen ihre Unkosten zu erstatten, danach müssen die Einrichtungen selbst dafür aufkommen.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung