Hilfsprojekt in Tansania:

Vier Frauen wollen dort helfen, wo sauberes Wasser knapp ist

Kein Wasser zum Duschen? Für viele Menschen in Deutschland unvorstellbar. Doch die Massai im ostafrikanischen Tansania wären schon dankbar, wenn sie gesundes Wasser zum Kochen hätten. Ein Verein möchte dort jetzt einen Brunnen bauen.

Harald Pfeiffer betreibt eine Straußenfarm. Er wollte in dem Land helfen, wo seine Tiere zu Hause sind.
Ines Markgraf Harald Pfeiffer betreibt eine Straußenfarm. Er wollte in dem Land helfen, wo seine Tiere zu Hause sind.

Harald Pfeiffer gehört nicht gerade zu den erfolgsverwöhnten Menschen. Und trotzdem – oder auch gerade deshalb – setzt er sich für Menschen ein, die es schlechter getroffen hat in ihrem Leben. Der Straußenzüchter aus Canzow in Mecklenburg-Strelitz unterstützt mit seinem 2008 gegründeten Verein Freundeskreis Arusha-Tanzania e.V. die Massai am Mount Meru. Begonnen hat sein Engagement bereits 2003.

Der erste Gedanke, sich für Kinder in der dritten Welt zu engagieren, kam ihm bei einer seiner Kurierfahrten. Den Kontakt zu Pastor Ludwig Bultmann stellte damals Bettina Schippke vom Nordkurier her. Dieser legte ihm das Massaidorf Engutukoit ans Herz, einer sehr bedürftigen Region im Norden von Tansania. Das erste Projekt: eine Kindergartenschule.

Massai-Kinder haben noch nie einen Tuschkasten gesehen 

Mittlerweile sind es vier Kindergartenschulen und eine Krankenstation. In zwei Jahren soll die erste Grundschule entstehen. Doch in der Zwischenzeit gibt es noch ein weiteres ehrgeiziges Ziel: 20 000 Euro muss der Verein aufbringen, um einen Brunnen bohren und betreiben zu können. Eine stabile Wasserversorgung ist enorm wichtig.

Am 30. April wird Vorstandsmitglied Madlen Greune aus Kreckow mit einem kleinen Helferteam, zu dem auch die Redakteurin Ines Markgraf vom Uckermark Kurier gehört, für drei Wochen in das Projektgebiet nahe der Stadt Arusha reisen. „Wir werden die Kindergartenschulen besuchen und uns dort mit den 250 Kindern kreativ beschäftigen. Viele von ihnen haben noch nie einen Tuschkasten in der Hand gehabt. Wir wollen die kargen Klassenräume mit den Basteleien schmücken und mit den Kindern singen und spielen. Sie sollen endlich mal Kind sein dürfen“, so die 37-Jährige.

Redakteurin gehört zum Helferteam

Einen Einblick in eine andere Kultur, das verspricht sich auch Ines Markgraf von dem Aufenthalt. Gemeinsam mit ihrer fünfjährigen Tochter möchte sich die Journalistin vor Ort von der Vereinsarbeit ein Bild machen. Geplant ist eine Fotoreportage. „Ich möchte den Tagesablauf eines Kindes dokumentieren: vom Erwachen in der Boma, also der Lehmhütte, über den bis zu sechs Kilometer langen Schulweg und den Unterricht bis hin zu seinen Aufgaben innerhalb der Familie. Wahrscheinlich wird uns dort erst richtig klar, wie gut es uns geht“, so die 45-jährige Wichmannsdorferin.

Im Koffer ist noch Platz für Spenden 

Da die „viereinhalb“ Frauen noch Freikilos in ihrem Gepäck haben, würden sie sich über Spenden wie Spiele, Bastel- und Schreibwaren, Wachsmalstifte, Springseile oder Dinge, die Kinder glücklich machen, freuen. „Um Wasser für die Menschen in die Region zu bringen, würde sich der Verein sehr über finanzielle Unterstützungen für das Brunnenprojekt freuen, seien es auch kleine Beträge“, so Harald Pfeiffer. Auf Kisuaheli würde man sagen „Asante sana“ – Dankeschön!

www.massai-helfen.de