Diskussion um Schockfotos:

Warnende Bilder auf Flaschen mit Alkohol statt auf Kippenschachteln

Schwarz geteerte Lungenflügel, vergilbte Zähne oder abgefaulte Zehen vom Raucherbein. Solche Motive auf Zigarettenpackungen sollen vom Rauchen abschrecken. Was sagen die Uckermärker dazu?

Daniel Matzke (26) hält nichts von widerlichen Motiven auf Zigarettenpackungen.
Benjamin Vorhölter Daniel Matzke (26) hält nichts von widerlichen Motiven auf Zigarettenpackungen.

Ein wucherndes Krebsgeschwür im Kehlkopf - der Anblick kann einem nicht nur den Appetit rauben, sondern auch den Griff zur Zigarette. Geht es nach dem Europäischen Parlament sollen ekelige Bilder von Raucherbeinen oder geteerten Lungen vor allem Jugendliche vom Rauchen abschrecken. In Zukunft sollen 65 Prozent der Vorder- und Rückseite von Zigarettenpackungen mit schockierenden Bildern und Warnhinweisen bedeckt werden. So steht es in der neuen EU-Tabakrichtlinie, auf die sich die Parlamentarier am Dienstag geeinigt haben. Die Uckermärker halten wenig von der Wirkung von Schockbildern, auch auf Alkoholflaschen oder Pillenschachteln.

"Ich halte nichts von Schockbildern. Die wirken eh nicht. Im Gegenteil, die Jugendlichen, die rauchen, werden immer jünger. Was verboten ist macht Spaß“, sagt Daniel Matzke. Doreen aus Templin findet ebenfalls, dass ekelige Motive auf Zigarettenschachteln nichts nutzen. Stattdessen will sie lieber Hinweise auf Alkoholflaschen sehen. "Deutlichere Warnbilder sind da schon sinnvoll. Alkohol am Steuer ist gefährlich. Ich habe noch nie gehört, dass jemand einen tödlichen Verkehrsunfall gebaut hat, weil er sich im Auto eine Zigarette angezündet hat", erläutert die 28-Jährige. Für Nico und Franziska ist das blödsinnig. Sie finden eher Warnbilder auf Tablettenpackungen sinnvoll. "Gerade für Schwangere ist das nicht schlecht", meint das Paar aus Templin.

Horst Gierke begrüßt dagegen die präventive Einführung von ekeligen Motiven auf Kippenschachteln. "Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es junge Leute vom Rauchen abhält. In jungen Jahren war ich live bei einer Kehlkopfoperation dabei. Das hat mich damals abgeschreckt", meint der Leiter der Suchtberatungsstellen in Angermünde und Templin.

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