Lesersorge:

Warum dauert es, bis etwas passiert

Immer wieder fallen den Bürgern Stolperfallen und Misststände auf. Manchmal warten sie wochenlang, bis sich was tut.

Da kann man schnell stolpern.
Sigrid Werner Da kann man schnell stolpern.

Der Templiner Stadtverordnete Wolfgang Hoffmann ist verärgert: In der vorigen Woche schon habe er die Stadtverwaltung auf das verstopfte Abflussrohr am Egelpfuhlteich hingewiesen. An mehreren Stellen haben sich Gehwegplatten vor dem Vereinshaus der Kleingärtner gehoben und Fußgänger drohten, hängen zu bleiben. Auch auf der Ortsbeiratssitzung in Annenwalde hatten Bürger Kritik geübt: an Totholz in Bäumen, an dicken Ästen auf Wanderwegen, an einer defekten Straßenlampe. In vielen Fällen habe sich gar nichts oder lange nichts getan, kritisierten sie.

Hinweise füllen täglich eine A4-Seite

Klaus Collin kennt die Vorwürfe. Doch so einfach, wie es sich mancher vorstelle, sei es nicht. Der Wirtschaftshof der Stadt zähle 20 Mitarbeiter. Die Stadt über 370 Quadratkilometer Fläche. „Bei mir auf dem Tisch landen täglich so viele Bürgerhinweise über defekte Gehwege, Löcher in Straßen, heruntergefallene Äste, dass sie täglich eine ganze A4-Seite füllen“, so Collin. Dann sei es an den zwei Mitarbeitern, die Hinweise zu prüfen, ob sich die Schäden auf städtischem Grund befinden, wer dafür zuständig ist. Für manche Reparaturen müssen Angebote eingeholt werden.

Das Budget für die Unterhaltungsmaßnahmen ist begrenzt. Es geht nach Prioritätenliste. Manche Aufträge gleicher Art oder in einem Ort werden gesammelt, um sie wirtschaftlich abarbeiten zu können, hatte schon Fachbereichsleiterin Thekla Seifert erläutert. Das verstopfte Abflussrohr habe Collin jetzt selbst entmüllt. „Das waren nur Blätter.“ Auch die größten Stolperstellen vor dem Vereinshaus lasse er noch vor Pfingsten richten, so Collin.