Obere Mühlenstraße:

Warum wird die neue Straße aufgesägt

Eine Fahrbahn in der Templiner Innenstadt schien gerade fertiggebaut, da rückten schon wieder Bauarbeiter an. Wir haben nachgefragt, was der Grund der Arbeiten ist.

Es staubte ganz schön, als Bauarbeiter zu Wochenbeginn die Dehnungsfuge herausschnitten.
Sigrid Werner Es staubte ganz schön, als Bauarbeiter zu Wochenbeginn die Dehnungsfuge herausschnitten.

Uckermark Kurier-Leser Ingo Wachs zeigte sich betrübt. Als sich in dieser Woche in der Oberen Mühlenstraße Bauarbeiter mit Schneidgerät und Fugenpuster aufs Neue an der neu gebauten Straße zu schaffen machten, da wurden Autos und Passanten ganz schön eingenebelt. Und das, obwohl die Mitarbeiter immer wieder warteten, bis Menschen und Fahrzeuge aus Maschinennähe verschwunden waren. Der Bauarbeiter am Schneidgerät trug eine Maske, „aber den Bürgern wird der giftige Staub zugemutet“, ärgerte sich Wachs. „Die Alternative wäre gewesen, Straße und Bürgersteig für die Zeit dieser Arbeiten komplett zu sperren“, reagierte Hans-Jürgen Otte vom Landesbetrieb für Straßenwesen auf die Kritik. Ob das den Bürgern und Anliegern besser gefallen hätte?

Bauen an Ortsdurchfahrten in der Innenstadt scheint von Kompromissen begleitet. „Aber warum musste überhaupt die nagelneue Straße nachträglich in der Mitte aufgesägt und wieder verfugt werden“, fragte der Uckermark Kurier den Fachmann. „Die Straße wurde in zwei Bauteilen gebaut“, klärte Otte auf.  Die könnten sich in Quer- und Längsneigung unterschiedlich verhalten.  Da der Asphalt an den Verbundstellen kalt war, könnten diese unsichtbaren Nahtstellen ohne Fugen bei Spannungen  oder Temperaturunterschieden schnell aufreißen. Wo der Dehnungsspalt nicht ordentlich ausgearbeitet, ausgepustet und anschließend wieder verschlossen werde, seien solche Schäden häufiger zu beobachten. Die Fugen sollen das Arbeiten des Materials ausgleichen.

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