Düsteres Kapitel:

Was Krieg, Gewalt und Sucht aus Kinderseelen machen

Einen besonderen Zeitzeugen hat das Multikulturelle Centrum Templin jetzt eingeladen: Den Schriftsteller und Autoren Hans Müncheberg, der einst aus der Idylle einer Kleinstadt herausgerissen wurde und auf Linie gebracht werden sollte.

Hans Müncheberg wuchs in Templin auf. Jetzt kehrt er für eine Lesung in seine Heimatstadt zurück.
Privat Hans Müncheberg wuchs in Templin auf. Jetzt kehrt er für eine Lesung in seine Heimatstadt zurück.

Einem düsteren Kapitel deutscher Geschichte widmet sich am kommenden Sonnabend eine besondere Veranstaltung des Multikulturellen Centrums Templin: "Gelobt sei, was hart macht" heißt der Roman des Dramaturgen Hans Müncheberg (Jahrgang 1929), aus dem der Autor selbst lesen will. 

Müncheberg war in der Stadt Templin aufgewachsen. Als Elfjährigen hatten ihn seine Eltern der nationalsozialistischen Erziehungsanstalt Potsdam (Napola) überlassen, einer Eliteschule der Nazis, in der die Jugendlichen zu "Kindersoldaten" geformt werden sollten. Trotz seiner "Vergangenheit" als Eliteschüler der Nazis wurde Hans Müncheberg in der DDR zu einem anerkannten kritischen Filmschaffenden und Autor.

Der Schriftsteller reflektierte in seinem Roman, was Kinder alles ertragen können und müssen, wenn Krieg und familiäre Probleme sie belasten. Ebenso dürfte auch der Müncheberg-Film, der im Anschluss an die Lesung gezeigt wird, nichts an Aktualität eingebüßt haben. Er wurde in den 1970er Jahren an Schauplätzen in Templin gedreht und behandelt die Alkoholsucht einer Mutter und was die aus ihrer Tochter macht. Die Lesung beginnt am 23. April um 15 Uhr, die Filmvorführung um 17 Uhr.

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