Fette Beute in Kanalisation:

Wenn der "Ratten-Fänger" am Gulli lauert

Landet Essen im Abfluss, zieht es die Nager in Scharen an. Wird einer von ihnen gesichtet, muss Ulrich Bräuer anrücken und seine Köder auswerfen.

Ulrich Bräuer befestigt die Köder an einem Draht und lässt sie in die Tiefe hinab.
Sigrid Werner Ulrich Bräuer befestigt die Köder an einem Draht und lässt sie in die Tiefe hinab.

„Wenn die Ratte erst durch die Toilette in eine Wohnung kommt, ist es eigentlich schon zu spät“, sagt Ulrich Bräuer. So fühlten sich die kleinen Nager dort am wohlsten, wo es warm und feucht ist. Fällt dann noch viel Nahrung ab – umso besser. Dann vermehrten sich die Tiere in Windeseile, weiß der Schädlingsbekämpfer.

„Überall dort, wo Menschen achtlos Speiseabfälle in der Kanalisation entsorgen, fühlen sich die Allesfresser pudelwohl“, sagt Bräuer. Dafür kletterten sie bis in den vierten Stock. Der Schädlingsbekämpfer hat oft Einsätze bei von Ratten geplagten Mietern. Eine Mitschuld an der Situation werde jedoch gern abgestritten. „Wie  bei der Flohbekämpfung: Es war immer die Katze des Nachbarn“, sagt Ulrich Bräuer schmunzelnd.

Tiere können kaum entwischen

Trotzdem reagiert der Schädlingsbekämpfer aus Röddelin sofort, wenn Ratten gesichtet werden. So saß er kürzlich an einem Wochenende in der Templiner Altstadt vor einem offenen Gulli und befestigte Rattenköder an einem Draht – fast wie ein Angler. In der Hoffnung, dass sich die Ratten an den Ködern festgebissen hatten, schaute Bräuer später immer wieder nach. Die Tiere können Bräuer dort kaum entwischen. Trotzdem hat er ein Problem: Oft entwischten sie in der Wohnung und versteckten sich hinter dem Einbauschrank.

„Darum ist es besser, frühzeitig aktiv zu werden, indem man die Population gar nicht erst zu groß werden lässt“, rät er. Betreiber von Abwasseranlagen seien ohnehin zu vorbeugender Rattenbekämpfung verpflichtet, um die Verbreitung von Krankeitserregern zu verhindern. 

 

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