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Wenn der Buseinstieg zum Kraftakt wird

Wer auf den Rollstuhl angewiesen ist, der braucht ein behinderten­gerechtes Verkehrsmittel. Daran mangelt es nicht bei der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft. Offenbar aber an der Kommunikation, wie eine Familie aus Haßleben erlebt.

So kann Jürgen Kersten seine Tochter Bianca ohne Probleme mit dem Rollstuhl in den Bus schieben. Das ist allerdings nicht immer so.
Michaela Kumkar So kann Jürgen Kersten seine Tochter Bianca ohne Probleme mit dem Rollstuhl in den Bus schieben. Das ist allerdings nicht immer so.

Will Familie Kersten aus Haßleben nach Templin fahren, dann geht das nur mit dem Bus. Die Kerstens haben kein Auto. Allerdings braucht die Familie einen Bus, der einen behindertengerechten Einstieg ermöglicht. Denn die 25-jährige Tochter von Gabriele und Jürgen Kersten sitzt im Rollstuhl. „Also rufen wir bei der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG) an und sagen, wann wir nach Templin und wieder zurück müssen“, erzählt Gabriele Kersten. Nur darauf kann sich die Familie nicht hundertprozentig verlassen.

„Erlebt haben wir das zum Beispiel in der vergangenen Woche, als wir mittags von Templin wieder nach Hause wollten. Der Bus, der kam, hatte keine Einstiegshilfe. Wir mussten unsere Tochter also mit dem Rollstuhl in den Bus heben“, sagt Jürgen Kersten. Das sei ein richtiger Kraftakt. Weder er noch seine Frau können verstehen, warum ihre Anrufe nicht immer richtig zu den Busfahrern durchgestellt werden.

Norbert Drauschke, Verkehrsleiter bei der UVG, bedauert das Versäumnis am 27. Januar. „Dafür können wir uns nur entschuldigen." Etwa 60 Prozent der UVG-Fahrzeuge seien behindertengerecht ausgestattet. Sogenannte Niederflurbusse haben weder im Gang noch an den Türen Stufen. Überlandlinienbusse seien zum Teil mit einem Lift ausgestattet. Behinderte können ihren Bedarf telefonisch anmelden. „Wir versuchen dann die Fahrzeuge so einzusetzen, dass es passt“, sagt Norbert Drauschke.