Zweifelhaftes Versicherungangebot:

Wenn der Vertreter dreimal klingelt

Eine Templinerin bekam am Telefon ein zweifelhaftes Angebot: eine deutlich günstigere Hausratsversicherung. Den Anrufer kannte die Frau nicht. Da muss etwas faul sein, dachte sie und hatte recht. Kein Einzelfall, sagen die Fachleute.

Vorsicht bei telefonischen Versicherungsangeboten - nicht immer geht es dabei seriös zu!
Birgit Bruck Vorsicht bei telefonischen Versicherungsangeboten - nicht immer geht es dabei seriös zu!

Im ersten Moment hatte Gisela Strauß sich gefreut. Die 70-jährige Templinerin bekam einen Anruf, bei dem ihr mitgeteilt wurde, dass sie günstigere Konditionen für eine Hausratsversicherung bekommen könne. Gleich für nächsten Tag wurde ein Termin bei Familie Strauß zu Hause vereinbart. „Ich dachte zunächst, dass es sich wirklich um meinen bestehenden Vertrag handelt und es vielleicht neue Bedingungen gibt. Wer freut sich nicht, wenn er weniger Geld bezahlen soll“, sagt Frau Strauß. Am Telefon war allerdings eine ihr unbekannte Frau, die Nummer war unterdrückt. Da sie so etwas nicht von ihrer Versicherung kennt, wurde sie doch skeptisch und fragte vorsichtshalber in ihrer Agentur nach. Und erfuhr, dass es sich nicht um ihre Versicherung und um ihren Vertrag handelt. Sondern um Versicherungsvertreter, die sich auf diese Weise Zugang zu potenziellen Neukunden verschaffen wollen. Gisela Strauß, die keinesfalls die Absicht hatte, eine neue Versicherung abzuschließen, war gewarnt.

Rechtlich ok, seriös? Nein!

Als nächsten Tag ein junger Mann – eine Dreiviertelstunde später als vereinbart – vor ihrer Tür stand, fertigte sie ihn dort kurzerhand ab. „Als er merkte, dass er bei mir keinen Erfolg haben wird, war er schnell wieder verschwunden“. „Diese Vorgehensweise ist doch unseriös. Deshalb wende ich mich an die Öffentlichkeit, damit andere nicht darauf hereinfallen“, sagt Gisela Strauß der Redaktion. Bei der Allianz bekommen wir die Bestätigung, dass dies kein Einzelfall war. Ziel sei immer, Kunden für Vertragsgespräche und schließlich Neuabschlüsse zu gewinnen. Dazu werden zumeist ältere Menschen angerufen. Ihnen werden mit Bezug auf bestehende Hausratsversicherungen –die schließlich fast jeder hat – Termine angeboten. Rechtlich ist das grundsätzlich nicht zu beanstanden, seriös ist es nicht. Deshalb raten die Fachleute Betroffenen, so vorzugehen, wie es Gisela Strauß getan hat: Bei der Versicherungsagentur im Zweifelsfall nachfragen. Damit es nach dem Vertreterbesuch keine böse Überraschung gibt.

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