Tierquälerei:

Wer schießt auf diesen wehrlosen Kater?

Kater Tom ist schon recht alt, verlässt kaum noch den Hof seiner Halterin. Und trotzdem schießt jemand auf ihn, mit einem Luftgewehr. Seine Halterin wendet sich jetzt an die Öffentlichkeit, denn es ist nicht der erste Fall von Tierquälerei in Netzow.

Auf Kater Tom wurde vor einigen Tagen geschossen. Ihm musste ein Diabolo aus dem Bein operiert werden.             
Birgit Bruck Auf Kater Tom wurde vor einigen Tagen geschossen. Ihm musste ein Diabolo aus dem Bein operiert werden.  

Susanne Maria Richter streicht ihrem betagten Kater sanft über das Fell. Vor zwei Wochen musste dem grau-weißen Karthäuser-Mischling ein Luftgewehr-Geschoss aus dem Vorderbein geschnitten werden

Es war nicht das erste Mal, dass in Netzow auf Katzen geschossen wurde. Deshalb hat Susanne Maria Richter jetzt nicht nur Anzeige erstattet, sondern wendet sich auch an die Öffentlichkeit. "Wer tut so etwas?" Die Tierärztin, die schon öfter derartige Verletzungen behandeln musste, habe groben Unfug von Jugendlichen vermutet. Von jemandem, der aus Frust und Langeweile zum Luftgewehr greift. Susanna Maria Richter zuckt mit den Schultern: "Jugendliche sind hier nicht."

Vor zwei, drei Jahren hatte es schon einmal einen Kater von ihr erwischt. "Ich spürte beim Streicheln an seinem Rücken und an der Brust harte Knubbel", erinnert sie sich. Auch das war Luftgewehrmunition, wie diesmal so genannte Diabolos. Auch der junge Kater eines Nachbarn war damit verletzt worden. Und jetzt hatte es der Schütze auf Kater Tom abgesehen. "Da kommt nur ein sehr kleiner Radius in Frage", sagt die Katzenhalterin kopfschüttelnd. Tom ist alt. Er dreht nur eine kleine Runde auf dem Hof und schafft es höchstens noch bis zum gegenüberliegenden Grundstück. Irgendwo in diesem Bereich muss es passiert sein.

"Ich traue das hier keinem zu, es haben doch alle selbst Tiere", überlegt Susanna Maria Richter. Auch dass ihre Mutter das Luftgewehr des 2008 verstorbenen Vaters im Dorf verschenkt hat, will sie lieber für einen Zufall halten. "Das wäre doch zu makaber", sagt sie und hofft gleichzeitig, dass die Tierquälerei endlich ein Ende hat. Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt wegen des Verstoßes gegen das Tierschutz- und des Waffengesetzes.

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