Marktgeflüster:

Wie frei ist die Templiner Marktwirtschaft?

Der Platz auf dem Wochenmarkt ist begrenzt. Und ein Leiter darf regulierend eingreifen, um einen attraktiven Branchenmix hinzubekommen. Doch das gefällt nicht allen.

Der Marktleiter will Händler langfristig halten und verzichtet auf eine rotierende Belegung der Standplätze. Denn besonders in der kalten Jahreszeit zeigen sich immer wieder Lücken zwischen den Ständen.
Sigrid Werner Der Marktleiter will Händler langfristig halten und verzichtet auf eine rotierende Belegung der Standplätze. Denn besonders in der kalten Jahreszeit zeigen sich immer wieder Lücken zwischen den Ständen.

Ein Gemüsehof, der bislang auf Probe auf dem Markt stand, darf ab heute nur noch mit dem bei Templinern beliebten Konfekt, Käse und Butter auf dem Wochenmarkt handeln, nicht mehr mit Obst und Gemüse, das er besonders günstig darbot. „Wir können nicht auf einem zusätzlichen Anbieter bestehen, wenn drei Stammhändler davon Pleite gehen“, hatte der Marktleiter Thomas Holtz seine Entscheidung begründet.

Diese wurde in der Stadt kontrovers diskutiert. Man soll die heimischen Produzenten stärken, finden die einen. Protektionismus für Stammhändler ist nicht zeitgemäß, kritisieren andere. Bäcker Uwe Möller beispielsweise fragte: "Haben wir nun freie Marktwirtschaft?" Schließlich müssen auch kleine Bäckereien mit dem Konkurrenzdruck großer Industriebäckereien umgehen. „Unsere Bäckerei hat schon zweimal versucht, einen Fuß auf den Wochenmarkt zu bekommen, vergeblich“, sagte er.

Der Templiner Wochenmarkt vertrage nur einen Bäckerstand, weil noch zwei weitere Bäcker am Markt ansässig seien, sagte Thomas Holtz.  Er sei als Marktleiter auch dafür verantwortlich, die Innenstadthändler nicht kaputt zu machen.

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