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Wiesenmahd soll Orchideen schützen helfen

Wer die Königin der Blumen in der freien Natur erleben will, der muss sich um die Pflege von Feuchtwiesen kümmern. Das zu organisieren, ist nicht so einfach und nur mit vielen Partnern möglich.

Norbert Bukowsky zeigt eine kurzgehaltene Wiese am Templiner Kanal, wie sie Orchideen – hier das Steifblättrige Knabenkraut – und andere seltene Pflanzen lieben.
Sigrid Werner Norbert Bukowsky zeigt eine kurzgehaltene Wiese am Templiner Kanal, wie sie Orchideen – hier das Steifblättrige Knabenkraut – und andere seltene Pflanzen lieben.

Die Stadt Templin hat in diesem Frühsommer in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde erneut Pflegemaßnahmen an den Templiner Kanalwiesen ausgeschrieben und vergeben. Damit setzen die Templiner einen Beschluss der Stadtverordneten um, rund 80000 Euro aus dem Ausgleichsfonds für Versiegelungsmaßnahmen bei Straßen- und Wegebaumaßnahmen einsetzen zu dürfen, um potenzielle Orchideenstandorte unterhalb des Templiner Bürgergartens zu mähen.

Zuletzt hatte der Naturschutzbund (NABU) Templin gemeinsam mit Landwirten, dem Naturpark und Schulen der Stadt die Mahd und Beräumung der Flächen organisiert, war aber dabei auch an Grenzen gestoßen. Für Landwirte, die Technik dort nur unter schwierigen Bedingungen einsetzen können, sind die Arbeiten "nur" ein Dienst an der Natur und kaum wirtschaftlich.  Wenn die Wiesen jedoch nicht regelmäßig mindestens einmal im Jahr gemäht werden, wuchern Schilf und Gräser schnell in die Höhe, und die geschützten Pflanzen haben keine Chance,  sich zu behaupten. An den Templiner Kanalwiesen wurden in den vergangenen beiden Jahren an zwölf Zählstellen zusammen genommen jeweils rund 1800 dieser geschützten Orchideen-Pflanzen dokumentiert.

Orchideen spiegeln gut den Zustand von Feuchtwiesen wider, auf denen auch andere Pflanzen, die auf kalkhaltige, nährstoffarme und feuchte Böden angewiesen sind, wachsen. Bis zu 50 Arten, darunter die Hälfte gefährdete und so seltene wie Zittergras, Fieberklee oder Lichtnelke, gedeihen dort. Zum Vergleich: Auf Wirtschaftswiesen sind es in der Regel nur etwa zehn Arten.