Solange es nicht schneit...:

Winterdienst-Technik wird wohl in der Garage bleiben

Weiße Weihnachten, ja oder nein? Darüber gehen die Wünsche auseinander. Der Templiner Wirtschaftshof verdient damit seine Brötchen. Aber zu Weihnachten mal die Füße hochlegen zu dürfen, fänden die Kollegen auch nicht schlecht.

Die Winterdienstflotte steht in den Startlöchern. Fast sieht es aber so aus, als müssten Karl-Heinz Weber und Kollegen sie dieses Jahr nicht aus der Garage holen.
Sigrid Werner Die Winterdienstflotte steht in den Startlöchern. Fast sieht es aber so aus, als müssten Karl-Heinz Weber und Kollegen sie dieses Jahr nicht aus der Garage holen.

Mario Cziborra, der Leiter des städtischen Wirtschaftshofes in Templin, ist ein bisschen traurig. Vor acht Jahren bei der Adventsfeier mit den Kollegen hatte er sich noch weiße Weihnachten gewünscht. Und kaum waren die Mitarbeiter vor die Tür des Gasthauses getreten, begann es zu schneien. Dieses Glück wird dem Chef über alle städtischen Schneepflüge dieses Jahr wohl nicht hold sein. Keine Chance für den Wirtschaftshof. Keine Aussicht auf weiße Weihnacht, keine Chance noch zusätzliches Geld zu verdienen, um letztlich den Jahresabschluss noch etwas aufzubessern.

Der Bürgermeister hatte Ende November noch salomonisch verkündet: 2013 dürfe es höchstens noch einen Winterdiensttag geben. Dann sei das Budget für dieses Jahr ausgereizt. Orkantief „Xaver“ muss das nicht so ganz mitbekommen haben. Mit seinem kurzen „Schneehusten“ bescherte er den Templinern mal schnell noch eineinhalb Tage Winterdienst. Wenn es dabei bleibt, werden die Templiner bei der nächsten Abrechnung vielleicht noch mal Glück haben.

Wenn die Bescherung ausfällt...

„Im Durchschnitt der letzten acht Jahre kamen wir jedes Jahr auf um die 20 Winterdiensteinsätze. Der Winter 2012/2013, der sich bis in den April hinein nicht davonmachen wollte, brachte uns über 30 Einsätze und damit auch deutlich höhere Kosten, über Plan“, bestätigt Mario Cziborra. Winterdienst sei eben im Voraus schlecht planbar und kalkulierbar. Von daher, sei es für die Gebührenzahler gut, wenn der Winter 2013/2014 mal wieder im Rahmen bliebe. Auch die Kollegen freue es, wenn sie über Weihnachten und Neujahr nicht zu oft ausrücken müssen. Denn oft, so auch im vorigen Jahr, falle für so manchen Kollegen die Bescherung ganz in Familie plötzlich doch noch aus.

Karl-Heinz Weber, der seit 2002 zu den städtischen „Heinzelmännern“ gehört, war zu Weihnachten fast immer im Einsatz. „Ich mache es aber gern“, sagt er. Er wünsche sich Schnee zu Weihnachten – im Interesse der Kinder. Aber schön sei es auch, zur Bescherung mal wieder ganz frei zu haben, gibt er zu. Die Wetterprognosen für das diesjährige Fest lassen seinen Chef, Mario Cziborra, auf ruhige Weihnachten hoffen. Er hat über die Festtage nur eine Notbesatzung auf den Hof bestellt. Jeweils zwei Arbeitskräfte sichern die Erledigung der Daueraufträge ab. Die vier öffentlichen Toiletten im Stadtgebiet sind zu reinigen, Papierkörbe zu entleeren, die regelmäßig Reinigung von wichtigen Straßen und Plätzen wie der Bushaltestellen und der Bahnhofsvorplätze vorzunehmen. Alle übrigen Kollegen, insgesamt zählt der Wirtschaftshof 26 Mitarbeiter, darunter zwei Lehrlinge, bekommen die Chance, Überstunden abzubummeln und Resturlaub zu nehmen.

Gekehrt wird im neuen Jahr

Für den Neujahrsmorgen hat Mario Cziborra in Abstimmung mit dem städtischen Bauamt eine schlagkräftige Truppe geordert. Sieben Kollegen rücken ab 10 Uhr zum Putzdienst aus. Dann wird auch die Kehrmaschine aus der Garage geholt. Die wichtigsten kommunalen Straßen werden von den gröbsten Raketen- und Böllerresten befreit, um vor allem der Verkehrssicherungspflicht Genüge zu tun. Und selbstverständlich werde der Wirtschaftshof seinen vertraglichen Verpflichtungen in Winterdienst und Straßenreinigung gegenüber Dritten nachkommen.

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