Unterschriftensammlung gegen Megaställe:

Wo fängt Massentierhaltung an?

Mit dem Grunzmobil der Albert-Schweitzer-Stiftung warben Akteure für eine Sonntagsdemo in Haßleben. Für sie ist die geplante Mast eine "Schweinerei". Doch es gibt auch Befürworter für die Anlage.

Familie Golz aus Haßleben ließ sich die Forderungen der Volksinitiative gegen Massentierhaltung von Carsten Halmanseder (rechts)  von der Albert Schweitzer Stiftung erläutern.
Sigrid Werner Familie Golz aus Haßleben ließ sich die Forderungen der Volksinitiative gegen Massentierhaltung von Carsten Halmanseder (rechts)  von der Albert Schweitzer Stiftung erläutern.

Da prallten Welten aufeinander auf dem Templiner Marktplatz. Auf der einen Seite die Marktstände mit Bratwurst & Co. Auf der anderen Seite die Botschaft des fünf Meter großen Grunzmobils der Albert-Schweitzer-Stiftung, es doch mal vegetarisch zu versuchen.

Carsten Halmanseder, der die Öffentlichkeitsarbeit bei der Stiftung leitet, lebt er seit neun Jahren vegan. Nicht weil er das Fleisch satt habe, sondern weil es ihm zunehmend aufstieß, dass Tiere für menschlichen Genuss leiden müssen. Irgendwann wollte er "beim eigenen Teller anfangen", um Veränderung zu bewirken.

Nicht alle sind gleich so konsequent wie er. Ferdinand und Karola Golz aus Haßleben zum Beispiel trugen sich in die Unterschriftenliste zur Volksinitiative gegen Massentierhaltung ein. Sie seien gegen Megaställe, wie sie in Haßleben geplant seien. Aber Fleisch essen sie, räumen sie ein und kaufen es beim Fleischer, zugegeben auch im Supermarkt. Für den Verbraucher sei es schwer, bewusst einzukaufen, sagt Golz. Denn wo fängt Massentierhaltung an? Carsten Halmanseder hält sich mit Zahlen zurück. Aber: Massentierhaltung beginnt da, wo Tiere den Haltungsbedingungen angepasst werden. Wo Schweinen die Schwänze kupiert, Hühnern die Schnäbel gestutzt werden, da gehöre ein Stopp hin, fordert er.

Die Netzowerin Regine Kik lud ein, bei der Demo gegen den Haßlebener Mega-Stall "Wir haben es satt" am Sonntag ab 13 Uhr in Haßleben und dem anschließenden Protestpicknick in Kuhz um 14 Uhr Alternativen kennenzulernen.

Georg Schäfer aus Wichmannsdorf mochte von den ganzen Protesten nichts mehr hören. Auch in großen Ställen könnten art- und umweltgerecht Tiere gehalten werden. Dafür gebe es Vorschriften. Alles andere halte er für übertrieben. Man müsse doch mal sachlich bleiben.

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