Hungriger Isegrim:

Wolf reißt fünf Schafe

Vermutlich war ein einzelner Wolfsrüde aus der Kyritz-Ruppiner Heide auf Beutezug in der Uckermark.

Gutachter Kay-Uwe Hartleb (links) untersucht die gerissenen Schafe.
Birgit Bruck Gutachter Kay-Uwe Hartleb (links) untersucht die gerissenen Schafe.

Auf einer umzäunten Weide wenige hundert Meter vor dem Ortsrand Lychen hat ein Wolf in der Nacht zu Sonntag fünf Schafe gerissen. Zu diesem Ergebnis kommt der Biologe Kay-Uwe Hartleb, der im Auftrag des Brandenburger Landesumweltamtes das Geschehen vor Ort begutachtet hat. Besonders die gezielten, kraftvollen Bisse in die Kehle, mit denen alle Schafe getötet wurden, spreche dafür, dass es sich tatsächlich um einen Wolf und nicht etwa um einen wildernden Hund gehandelt hat. Hundertprozentige Sicherheit könne es aber erst nach einer Auswertung von Genmaterial geben.

"Es sieht aber alles danach aus, dass hier ein kräftiger, einzelner Wolfsrüde am Werk war", schätzt der Gutachter ein. Ein solches Tier ist den Fachleuten seit mehreren Jahren aus der Kyritz-Ruppiner Heide bekannt. Da ein Wolf pro Nacht 50 Kilometer und mehr zurücklegen kann, ist nicht unwahrscheinlich, dass ihn sein Beutezug diesmal in die Uckermark geführt hat. Jäger hatten vermutlich dasselbe Tier im Bereich der benachbarten Tangersdorfer Heide bereits im Dezember beim Jagen beobachtet.

Besitzer können Entschädigungen beantragen

Die fünf Gotlandschafe, darunter vier tragende Mutterschafe, wurden auf einer knapp ein Hektar großen Weide im Freien gehalten. Ihre Besitzer können jetzt eine Entschädigung beim Land beantragen. 

2013 sind nach Angaben des Landesumweltamtes in Brandenburg 44 Tiere von Wölfen gerissen worden, darunter 42 Schafe. Um den Umgang mit dem seit 2007 bei uns wieder ansässigen Wildtier zu regeln, gibt es seit einem Jahr einen Wolfsmanagementplan.

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