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Zahlungsunwillige Gästegruppe bleibt vor dem Tor

Ehemalige Schüler der Oberschule Torgau wollen nach 48 Jahren ihren alten Ferienort in der Uckermark besichtigen und sich auf Spurensuche begeben. Doch die Wiedersehensfreude wird getrübt.

Kein freier Eintritt fürs Klassentreffen. Die ehemaligen Schüler der Oberschule Torgau standen im Suckow vor verschlossenen Toren.
Leser Kein freier Eintritt fürs Klassentreffen. Die ehemaligen Schüler der Oberschule Torgau standen im Suckow vor verschlossenen Toren.

Einen Spaziergang um den Haussee, durch das Ufergelände streifen und in Erinnerungen schwelgen. In Gedenken an den Sommer 1965, als in der Gemeinde Suckow 25 Schüler der ehemaligen Erweiterten Oberschule aus Torgau ihre Ferien in einem Zeltlager verbrachten. Für Wolfgang Jahn und seine ehemaligen Mitschüler wäre das der Höhepunkt eines harmonischen Klassentreffens beim Gut Suckow gewesen. Wäre da nicht die Eintrittsgebühr für den Besuch der heute wieder neu hergerichteten Parkanlagen des Gutes gewesen.

„Das Gut Suckow erweist sich als wahrhaftige Nostalgiebremse“, beschwert sich Wolfgang Jahn. Für ihn und seine ehemaligen Klassenkameraden war das Zeltlager im August 1965 ein einschneidendes Erlebnis. „Es war eine spannende und erlebnisreiche Zeit. Wir haben unsere Ferien mitten in der Natur verbracht, die Flora und Fauna erkundet und bei der Kartoffelernte geholfen. Unser Mittagessen gab es damals in der Küche der Maschinentraktorstation (MTS)“, erzählte der Lehrer aus Prenzlau. Den Weg vom Zeltplatz zur vormaligen MTS-Küche wollten Jahn und seine ehemaligen Mitschüler 48 Jahre später noch einmal gehen.

Doch dieser führt über die Parkanlagen des Gutes Suckow, die ohne einen Eintritt von drei Euro je Besucher nicht begehbar sind. „Nur für das Betreten des Grundstücks wollten wir kein Geld zahlen“, entgegnete Jahn, der seine verärgerten ehemaligen Klassenkameraden trösten musste. „Einige sind extra aus Baden-Baden angereist“, sagte der Prenzlauer.

Für Joachim Schmidt, den Inhaber des Gutes, kein Argument. „Gut Suckow ist ein Privatgrundstück. Andere Gäste bezahlen auch Eintritt. Das Gut wurde zu DDR-Zeiten als Jugendwerkhof genutzt. Hier kommen deshalb ständig ehemalige Insassen und wollen das Gelände umsonst besichtigen. Das geht so nicht“, rechtfertigte sich Schmidt, der erhebliche private Mittel in den Wiederaufbau des Anwesens gesteckt hat. Die Eintrittsgelder seien für die Herrichtung des Gutes gedacht, so Schmidt.