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Ziel: Überliefertes Handwerk wird UNESCO-Weltkulturerbe

VonUwe WernerBeim 26. Deutschen Flößertag fassen die Mitglieder der Deutschen Flößereivereinigung einen Beschluss, der sie inihrer ehrenamtlichen Arbeit ...

Hans-Walter Keweloh

VonUwe Werner

Beim 26. Deutschen Flößertag fassen die Mitglieder der Deutschen Flößereivereinigung einen Beschluss, der sie in
ihrer ehrenamtlichen Arbeit über Jahre beschäftigen wird.

Lychen.Das jahrhundertealte Flößerhandwerk soll UNESCO-Weltkulturerbe werden. „Diesen ehrgeizigen Beschluss haben wir am Sonnabend auf unserer Mitgliederversammlung in Lychen einstimmig gefasst“, berichtete der wiedergewählte 1. Vorsitzende der Deutschen Flößerei-Vereinigung e. V. Hans-Walter Keweloh.
„Wir sind uns im Klaren, dass die Umsetzung dieses Vorhabens ein längerer Gang durch die zuständigen Instanzen in Deutschland und auf internationalem Parkett werden wird“, fügte er hinzu. Neben dem Vorsitzenden hat die Mitgliederversammlung auch alle anderen Vorstandsmitglieder in ihrem Amt bestätigt.
„Wir müssen uns ganz tief vor unseren Gastgebern vom Verein Lychener Flößer verneigen, die ein tolles Programm für uns vorbereitet hatten. Dass wir unsere Mitgliederversammlung wegen des Dauerregens am Sonnabend nicht wie ursprünglich geplant erstmals auf einem Floß abhalten konnten, tut der Sache keinen Abbruch. Dafür wird die herrliche Floßfahrt in den Sonnenuntergang am Freitagabend für uns alle eine bleibende Erinnerung sein“, resümierte Hans-Walter Keweloh am Rande des stimmungsvollen „Uckermärkischen Abends“ in der festlich geschmückten Sporthalle im Gespräch mit unserer Zeitung.
Vom 23. bis 26. Mai war Lychen die Gastgeberstadt für den 26. Deutschen Flößertag. Er findet jährlich statt und ist die wichtigste Veranstaltung der 1992 gegründeten Deutschen Flößerei-Vereinigung. Dem Dachverband der Flößervereine in Deutschland gehören aktuell 164 Einzelmitglieder sowie 25 Institutionen und Vereine an.
Damit die Flößertradition in Lychen auch künftig nicht ausstirbt, wird sie von den Mitgliedern des 1999 gegründeten Vereins Lychener Flößer weiter hoch gehalten, obwohl es keine Berufsflößer mehr gibt. „Neben der Schifffahrt gehörte die Flößerei, also der Langholztransport auf den Seen und Flüssen, bis Mitte der 1970er Jahre zum Haupterwerb vieler Menschen in unserer Region“, berichtete der Vereinsvorsitzende Klaus Schöttler.
„Im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus hat seit einigen Jahren unser Flößereimuseum sein Domizil. Hier können die Besucher Originalkleidung, Modelle und Dokumente anschauen, die von den Traditionen eines ausgestorbenen – und doch unvergessenen – Berufes künden und auch die wichtigsten Werkzeuge der Flößer, Kantring und Kanthaken (oder Floßhaken), Axt, Winde und Hammer in Augenschein nehmen“, fügte er hinzu. Und beim jährlichen Flößerfest bekommen Einheimische und Touristen eindrucksvolle Einblicke in den einstigen Berufsalltag der Flößermänner.

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