Kriminalität:

Da freut sich die Polizei: Täter lassen sich filmen

Eine Horrorvorstellung für jeden Autofahrer: Nachts liegen plötzlich schwere Hindernisse auf der Straße. Die Polizei schnappt drei Gnoiener, die sich mit einem solchen Schreck einen Spaß gemacht haben sollen.

Erfolgreiche Blaulichtfahrt: Die Ganoven haben es der Polizei diesmal leicht gemacht.
Foto: © Marcus Beck - Fotolia.com Erfolgreiche Blaulichtfahrt: Die Ganoven haben es der Polizei diesmal leicht gemacht.

Wenn es für die dümmsten Ganoven in der Mecklenburgischen Schweiz einen Preis geben würde, dann ginge er wohl in diesem Jahr nach Gnoien. Die Polizei hat nämlich drei Jugendliche ermittelt, die im August die Hauptstraße in der Kleinstadt des Nachts für einige Zeit lahm gelegt haben sollen. Den drei 17-Jährigen wird vorgeworfen, Baustellenabsicherungen, Eisenstreben sowie etwa sechs Meter lange Rohre auf die Fahrbahn geworfen zu haben. Mehrere Auto- und auch Lkw-Fahrer erkannten in der Dunkelheit die Hindernisse zu spät und donnerten mit ihren Fahrzeugen darüber. Andere kamen nur durch eine Vollbremsung gerade noch rechtzeitig zum Stehen. Zeugen berichteten sogar, dass die Täter die Teile erneut auf die Straße legten, nachdem mehrere Lkw-Fahrer die Fahrbahn zuvor bereits geräumt hatten, um mit ihren Lastern überhaupt durch Gnoien hindurch zu kommen.

Die Polizei nennt solche Dummheiten „gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr“ und das ist alles andere als ein Kavaliersdelikt. „Darauf stehen Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren“, sagt Polizeisprecher Gert Frahm. Immerhin haben die Strolche in Kauf genommen, dass es durch ihr Treiben zu Unfällen mit schwerwiegenden Folgen hätte kommen können. Die drei Jugendlichen haben dann aber offenbar auch alles daran gesetzt, um der Polizei die Ermittlungen zu erleichtern. Wie der Teterower Revierleiter Dirk Höhlein berichtet, haben sich die Ganoven bei ihrer Tat filmen lassen. Offenbar hatten sie es gar nicht gemerkt, dass eine aufmerksame Bürgerin ein Video von der Randale drehte. Der Film landete schnell bei der Polizei. „Es war zu sehen, dass es sich um drei männliche Personen handelt. Und auch ihre Kleidung war zu erkennen“, erklärt Dirk Höhlein.

Dann sollen sich die Täter bei ihrer Mutprobe sogar beim Namen genannt haben. Und schließlich rühmten sie sich in den nächsten Tagen noch ganz öffentlich ihrer Tat und prahlten damit herum. Auch das entging der Polizei nicht.

Da gab es dann wohl nicht mehr viel zu leugnen: Bei der Vernehmung haben die drei Gnoiener die Tat inzwischen eingeräumt, wie der Revierleiter bestätigt. Der Fall sei nun an die Staatsanwaltschaft übergeben worden. Ob die Tatverdächtigen nun aber wegen ihrer sehr hilfreichen Unterstützung der polizeilichen Ermittlungen mildernde Umstände bekommen, ist äußerst ungewiss.

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