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1. Mai schon ganz im Zeichen des Wahlkampfs

Seit vielen Jahren feiern die Torgelower und ihre Gäste das Maifest. Diesmal sogar mit Politprominenz aus Schwerin, denn Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) war zu Gast. Der Beginn des Landtags-Wahlkampfs warf seine Schatten voraus.

Zur Eröffnung des Torgelower Maifestes stiegen Tauben in den Himmel.
ZVG/Ulrich Blume Zur Eröffnung des Torgelower Maifestes stiegen Tauben in den Himmel.

Taubenflug, Schalmeienklänge, Eintopfessen und Mai-Reden – von allem bot die Traditionsfeier in Torgelow etwas. Infostände, Sportvorführungen, Schmink-Ecke, Musik und Karussellfahrten - ein richtiges Volksfest eben, ohne dabei die Politik außen vor zu lassen.

Das war in den vergangenen Jahren zwar auch schon so. Doch in diesem Jahr hatte sich mit Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ein politischer Hochkaräter eingefunden. Klar, denn langsam kommt die Wahlkampf-Maschinerie ins Rollen. Die Umfragen sehen nicht sehr rosig aus für die SPD, und darum legte sich der Ministerpräsident, erst am Vortag in Neubrandenburg zum SPD-Spitzenkandidaten gewählt, mächtig ins Zeug.

Mindestlohn ein Gewinn für MV

Die Einführung des Mindestlohns sei ein wichtiger Schritt nach vorn gewesen, sagt er: „Kein anderes Bundesland hat davon so stark profitiert.“ Die Arbeitslosigkeit im Land gehe weiter zurück: „Und wenn der Mindestlohn dazu führt, dass mehrere Minijobs zu Vollzeitarbeitsplätzen zusammengefasst werden, dann ist das unterm Strich positiv.“
 
Vor Sellering kam jedoch noch ein anderer zum Zuge. Daniel Seiffert, der Direktkandidat der Linken für den Wahlkreis 35. Ein Schachzug der Veranstalter. Sie wollten den jungen Mann bewusst in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken, den in Uecker-Randow bislang kaum jemand kennt.

Dahlemann ohne Listenplatz

Seiffert war allerdings nicht der einzige Direktkandidat vor Ort. Der Torgelower SPD-Mann Patrick Dahlemann war ebenfalls da. Einen Listenplatz und damit etwas Gewissheit für einen Einzug in den Landtag gab es für ihn beim SPD-Nominierungs-Parteitag nicht. Darum ist er auf die Direktwahl in Uecker-Randow angeweisen. Doch der Linken-Kandidat dürfte ihm kaum die Ruhe rauben. Sein stärkster Kontrahent dürfte Andreas Texter (CDU) sein. Beobachter meinen, am Wahltag werde das Rennen zwischen diesen beiden Männern entschieden.