Mehr Geld:

Ameos will Angestellte besänftigen

In den Krankenhäusern Ueckermünde und Anklam wird der Weihnachtsfrieden eingeläutet: Die neue Krankenhausleitung setzt auf Gespräche statt auf Streit – und kündigt Lohnerhöhungen an.

Im Ameos-Klinikum rumorte es zuletzt: Grund waren deutliche Gehaltskürzungen bei den Angestellten – besonders bei Pflegekräften und technischem Personal.
Simone Weirauch/Archiv Im Ameos-Klinikum rumorte es zuletzt: Grund waren deutliche Gehaltskürzungen bei den Angestellten – besonders bei Pflegekräften und technischem Personal.

Schlechte Stimmung können sie nicht gebrauchen. Der neue Krankenhausdirektor Stefan Fiedler und Regionalgeschäftsführer Frank-Ulrich Wiener sind angetreten, um nach mehrfachem Führungswechsel Kontinuität in das vorpommersche Ameos-Klinikum zu bringen und Leistungen zu spezialisieren, besonders im Bereich der Altersmedizin und der forensischen Psychiatrie. Das lässt sich ohne eine motivierte Belegschaft nicht schaffen.

Das Ameos-Klinikum mit seinen Häusern in Ueckermünde, Anklam und Pasewalk beschäftigt 750 Menschen und ist einer der wenigen großen Arbeitgeber der Region. Zu Jahresbeginn wurde etwa die Hälfte der Belegschaft, vor allem Pflegekräfte und technisches Personal, durch willkürliche Vertragsänderungen und Lohnkürzungen verunsichert. Der Betriebsrat schaltete sich ein, im Krankenhaus herrschte dicke Luft, wenn es um die Löhne ging. 200 Mitarbeiter mit Alt-Verträgen klagen ihr Recht ein.

Nachzahlung für Lohnausfall

Die Geschäftsführung setzt derweil auf klärende Gespräche und eine Änderungsvereinbarung, die gemeinsam mit dem Betriebsrat erarbeitet wurde. Dieses Angebot haben bereits viele Betroffene angenommen, sagt Regionalgeschäftsführer Frank-Ulrich Wiener. Demzufolge erhalten alle Mitarbeiter für 2013 eine Lohnanpassung von 2,03 Prozent und 2014 von 2,81 Prozent. Die Mitarbeiter mit Altverträgen bekommen eine Nachzahlung ihres Lohnausfalls und wieder ihr altes Gehalt von Dezember 2012 als Berechnungsgrundlage. Alle Mitarbeiter mit neuen Verträgen, die länger als fünf Jahre im Unternehmen arbeiten, können einen Tag mehr Urlaub nehmen, bei Sonderurlaub und Zeitzuschlägen werden sie mit den Altvertraglern gleichgesetzt. Außerdem soll eine Betriebsvereinbarung über Fort- und Weiterbildung abgeschlossen werden.

„Wir haben für jeden einzelnen Angestellten einen Individualvertrag erarbeitet, und wir lassen den Mitarbeitern Zeit, sich in Ruhe zu entscheiden“, sagt Wiener. Einen Stichtag gebe es nicht. Nach und nach gehen die unterschriebenen Änderungsverträge ein. „Ich habe den Eindruck, unsere Signale und die intensive Aufklärung werden positiv aufgenommen“, sagt Krankenhausdirektor Fiedler. Allerdings sind es nochlange nicht die 90 Prozent Rücklauf, die die Geschäftsführung erwartet. Eines machte Wiener aber auch klar: Die Konditionen der Verträge, die zurzeit eingeklagt werden, sind für das Unternehmen nicht refinanzierbar. Jetzt erwarten alle gespannt die Urteile des Arbeitsgerichts.

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