Kampf um die Platte beendet:

Auch der letzte Mieter muss jetzt gehen

Die Ueckermünder Mieter haben den Kampf um ihre "Platte" verloren. Jetzt packt auch der Letzte seine sieben Sachen. Bald rückt der Abrissbagger an.

Rückblick: Das ist die Gruppe der Mieter, die lange gegen den Abriss ihrer sanierten Platte gekämpft hat.
Rückblick: Das ist die Gruppe der Mieter, die lange gegen den Abriss ihrer sanierten Platte gekämpft hat.

Sie konnten den Lauf der Dinge nicht aufhalten. Auch nicht die Abrissbagger, die im September anrücken und den Plattenbau in der Geschwister-Scholl-Straße 20 abreißen werden. Das kämpferische kleine Mieter-Häuflein, das sich den Abrissplänen der Stadt widersetzte, ist auseinander gebröckelt. Die Platte wird nun tatsächlich platt gemacht. „Und glauben Sie mir, das ist keine gute Entscheidung“, sagt Adolf Schulz. Der 73-Jährige ist der letzte Mieter im Abrissblock. Alle anderen sind schon ausgezogen.

„Der Kampf gegen Stadt und UWG hat an Nerven gezehrt und der Gesundheit geschadet“, sagt Schulz. Das war zu viel. Einige sind im Groll gegangen, haben sich für einen anderen Vermieter entschieden. Schulz wohnt seit 20 Jahren dort. Die Gardinen hängen noch, aber auch er zählt die Stunden und sitzt auf gepackten Koffern. Heute unterschreibt er einen Mietvertrag für seine neue Wohnung. „Ich bleibe bei der UWG, hatte ein gutes Gespräch mit dem neuen Geschäftsführer“, sagt Adolf Schulz. „Die kümmern sich um den Umzug, ich muss nichts machen.

Zurzeit sind noch die Maler in der neuen Wohnung, und neue Auslegware kommt auch noch rein. Zwei Zimmer, Küche und Bad mit Fenster wird er in zwei Wochen beziehen. Die Miete bleibt gleich. Der Ueckermünder ist zufrieden. Sogar etwas ruhiger wird er es dann haben. „Dann höre ich durch das offene Schlafzimmerfenster nicht mehr die lauten Abrollgeräusche von den Autos, die alle Richtung Haffbad fahren.“

Ja, von den Gerüchten, dass der Block nicht abgerissen wird, weil die Stadt dort Asylbewerber unterbringt, hat er auch gehört. „Aber das stimmt nicht, die haben ja schon angefangen mit dem Abriss“, sagt Schulz. Die UWG demontiert in diesen Tagen Heizkörper und Heizungsrohre. „Hier kann keiner mehr einziehen.“ Das bestätigt auch Bürgermeister Gerd Walther.

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