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Auftrag ohne Ausschreibung an Familienmitglied vergeben?

Dietmar Jesse ist einziger Kandidat für die Eggesiner Bürgermeisterwahl in der kommenden Woche. Nun werden gegen ihn Beschuldigungen erhoben. Dazu liegt auch  der Kreisverwaltung ein anonymes Schreiben vor.

Wahlplakat mit dem Konterfei vom einzigen Bürgermeisterkandidaten in Eggesin - Dietmar Jesse.
Lutz Storbeck Wahlplakat mit dem Konterfei vom einzigen Bürgermeisterkandidaten in Eggesin - Dietmar Jesse.

In einer Woche wird in Eggesin der Bürgermeister gewählt. Amtsinhaber Dietmar Jesse (CDU) will sich wählen lassen und weitere sieben Jahre im Amt bleiben. Es ist kein anderer Kandidat angetreten.
Nun gärt es aber im Vorfeld dieses Wahlsonntags. Denn jetzt ist ein Flugblatt aufgetaucht, in dem gegen den Rathauschef schwer wiegende Vorwürfe erhoben werden.

Unter anderem heißt es, dass die Tatsache auffällig sei, „dass die Belieferung des Heizhauses Eggesin mit Holzhackschnitzeln durch die Firma Jesse erfolgt“. Also durch jenes Unternehmen, dass der Bürgermeister bis zu seinem Amtsantritt geleitet und dessen Geschäftsführung er dann an seine Tochter übergeben hat.

Es habe, heißt es, keine Ausschreibung für die Belieferung des Kraftwerkes mit dem Brennstoff gegeben. Auch die Qualität verschlechtere sich und dass zu viel Hackschnitzel geliefert worden sein könnten. Ein Augenzeuge berichtet auch, dass bei Lieferung durch die Firma die Container nur zu etwa drei Vierteln mit Hackschnitzeln gefüllt sind, dennoch volle Container abgerechnet werden.

Zu diesem Thema liegt der Kreisverwaltung Vorpommern-Greifswald ebenfalls ein Brief vor, bestätigte Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises. Der Verwaltung wurde „ein anonymes Schreiben zum Ankauf von Heizmaterial in Eggesin zugeschickt. Dieses wurde den zuständigen Stellen zur weiteren Bearbeitung übergeben“, heißt es aus der Verwaltung. Der Bürgermeister war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.