Weil der Rollstuhl fehlt:

Behinderter eineinhalb Jahre in Wohnung eingesperrt

Wie ist es, wenn man die eigenen vier Wänden nicht mehr verlassen kann? Kaum vorstellbar. Für einen behinderten Ueckermünder wurde dieser Zustand grausame Realität.

Weil Andreas Herrmann aus Ueckermünde keinen elektrischen Rollstuhl hat, kann er die Wohnung nicht mehr verlassen.
Simone Weirauch Weil Andreas Herrmann aus Ueckermünde keinen elektrischen Rollstuhl hat, kann er die Wohnung nicht mehr verlassen.

Seit eineinhalb Jahren ist Andreas Herrmann in seiner Wohnung eingesperrt. Der Ueckermünder kann seine vier Wände nicht verlassen, weil er körperlich behindert ist. Er braucht einen elektrischen Rollstuhl, um sich draußen fortbewegen zu können.

Der alte Rollstuhl ist kaputt und dem Familienvater fehlt das Geld, um sich einen neuen zu kaufen. Herrmann wiegt etwa 170 Kilo und bewegt sich mittlerweile nur noch zwischen seinem Spezialbett und seinem Computer hin und her.

Erstmal kein neuer Rollstuhl in Sicht

Auch eine Klage vor dem Sozialgericht führte nicht zum Erfolg: Die Krankenkasse finanziert ihm keinen Elektro-Rollstuhl. Erst muss gewährleistet sein, dass Andreas Herrmann gefahrlos von seiner Wohnung über eine kleine Treppe nach draußen gelangen kann. Nur dann mache ein solcher Rollstuhl auch Sinn, argumentiert die Krankenkasse.

"Das Gericht ist der Argumentation der Krankenkasse gefolgt, das ist nachvollziehbar", sagt Herrmanns Anwältin. Sie hat erreicht, dass das Verfahren für sechs Monate ruht und eine einvernehmliche Lösung im Gespräch gefunden wird.

Einigung mit Krankenkasse ist das Ziel

"Eine Einigung mit der Krankenkasse ist in Sicht, alles hängt jetzt an dem Zugang zum Hof", erklärt die Anwältin. Ein Treppenlift kommt nicht in Frage, weil Andreas Herrmann zu schwer ist. Darum soll eine Rampe her. Dafür braucht er aber eine ärztliche Verordnung. "Die müssen wir jetzt erwirken", so die Anwältin.

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